Tierärztin Bettina Mangold über häufiges Trinken und blutige Schwanzwurzeln

Tiersprechstunde: Ein Diätplan für den Hund

Untersuchung beim Tierarzt: Wenn Hündinnen vermehrt trinken, kann das ein Alarmzeichen sein. Archivfoto: dpa

Wenn das Haus- oder Nutztier krank wird, leidet auch der Mensch. Tipps für die Tiergesundheit und Antworten auf Leserfragen gibt Tierärztin Bettina Mangold in unserer Tiersprechstunde.

„Meine 16 Jahre alte Hündin macht mir Sorgen, sie trinkt seit einiger Zeit immer mehr und nun schon einen Liter am Tag, inzwischen muss sie acht Mal raus zum Entleeren der Blase. Sie ist ansonsten munter und hat viel Appetit“, schreibt Annelore

B. Die Tierärztin: Vermehrtes Trinken und Wasserlassen sind bei einer älteren Hündin immer ein Alarmzeichen, da die Symptome durch eine gefährliche eitrige Gebärmutterentzündung, eine Pyometra, verursacht werden können. Die Hündin sollte schnell einem Tierarzt vorgestellt werden, denn eine Pyometra kann unbehandelt durch die giftigen Effekte der Entzündungsbakterien oder durch das Reißen der Gebärmutterwand tödlich enden. Die Pyometra ist die häufigste gynäkologische Erkrankung der älteren Hündin, verursacht durch hormonelles Ungleichgewicht im Alter. Vermehrtes Trinken und Wasserlassen können auch Symptome von Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes und Morbus Cushing sein, die zu den Alterskrankheiten bei Hunden zählen. Auch Blasen- und Nierenerkrankungen können für die Beschwerden verantwortlich sein. Aufschluss geben neben der allgemeinen Untersuchung durch den Tierarzt Urin- und Blutuntersuchungen, gegebenenfalls auch bildgebende Verfahren wie Röntgen und Ultraschall.

„Unser Hund beißt sich an der Schwanzwurzel, manchmal bis die Stellen blutig werden. Könnte eine Nahrungsmittelallergie die Ursache für den Juckreiz sein?“ wollte Irene W. aus Hann.-Münden wissen.

Die Tierärztin: Nahrungsmittelallergien beim Hund sind schwer auf die Spur zu kommen. Aufschluss kann eine Eliminationsdiät geben: Der Hund wird ausschließlich mit nur einer Kohlenhydratquelle wie Kartoffeln oder Reis und nur einer Eiweißquelle, also einer Fleischsorte, Hüttenkäse oder Quark, über zwei Wochen lang gefüttert. Als wenig Allergie auslösend wird Lammfleisch eingestuft, da es in Deutschland wenig verfüttert wird. Klingen der Juckreiz und die Hautveränderungen während der Diät ab, kann ein weiteres Futtermittel probiert werden. Allergische Reaktionen am hinteren Rücken sind auch ein typisches Symptom für Flohspeichel-Allergie.

„Wir haben eine fünf Monate alte Angora-Zwerghäsin. Muss das Fell am Hinterlauf kurz geschnitten werden, um Verunreinigungen zu vermeiden?“ fragte eine Leserin.

Die Tierärztin: Durch Urin- und Kotausscheidungen kann es bei langhaarigen Kaninchen am After zu hartnäckigen Fellverklebungen kommen, die den Kotabsatz behindern können. Daher sollten die Tiere regelmäßig auf Verunreinigungen an der Aftergegend kontrolliert werden. Fellverklebungen können ein Hinweis auf Durchfallerkrankungen oder eine mangelnde Stallhygiene sein. Die Verklebungen können durch Einweichen mit Hilfe eines Wattetupfers und warmen Wasser vorsichtig gelöst werden. Der Einsatz der Schere zur Beseitigung von Haaren und Verklebungen birgt das hohe Risiko von Hautverletzungen.

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