Tiersprechstunde: Unangenehmer Geruch und Epilepsie bei Hunden

Ein Herz und eine Seele: Die qiietschfidelen Cocker Spaniel Grasland Ghost (unten) und Muffy mit Fabian. Foto: dpa

Wenn das Haus- oder Nutztier krank wird, will der Besitzer so schnell wie möglich helfen. Ihre Fragen zur Tiergesundheit beantwortet Tierärztin Bettina Mangold in unserer Tiersprechstunde.

„Wir haben einen 13 Jahre alten Cocker Spaniel. Er war bis jetzt immer gesund, leider hat er seit einiger Zeit einen sehr unangenehmen Geruch, der nicht vom Analbereich kommt und immer schlimmer wird. Was kann man dagegen machen?“ fragte eine Leserin aus Schauenburg.

Die Tierärztin: Der Geruch kann verschiedene Ursachen haben, beim 13 Jahre alten Cockerspaniel könnten die Zähne dafür verantwortlich sein. Der Haushund erhält im Gegensatz zum Wildtier regelmäßig und relativ oft Nahrung und wenig Gelegenheit, seine Zähne beim Zerlegen der Beute zu reinigen. Die Folge sind Zahnstein und Zahnfleischentzündungen.

Zahnfehlstellungen, die bei vielen kleinen Hunderassen erblich bedingt sind, fördern die Zahnsteinbildung. Durch die Schwellung des entzündeten Zahnfleischrandes kommt es zur Bildung einer Zahnfleischtasche, was die Selbstreinigung in diesem Bereich noch vermindert. Zahnstein und Plaque sind bakteriell massiv besiedelt und können die Ursache für den unangenehmen Geruch des gesamten Hundes sein.

Beim Tierarzt kann der Zahnstein in Narkose mit einem Ultraschallgerät entfernt, Zähne und Zahnfleisch bei Bedarf behandelt werden. Vorbeugend sollte regelmäßig kontrolliert werden. Aber auch andere Erkrankungen wie Infektionen der Ohren oder Hautentzündungen können einen unangenehmen Geruch verursachen.

„Mein Irish Setter bekommt plötzlich Anfälle, er wälzt sich auf dem Boden, sabbert und zuckt. Das Ganze dauert wenige Minuten, danach ist er wieder normal. Was kann das sein?“ fragte eine Leserin aus Ziegenhain.

Die Tierärztin: Anfälle, wie beschrieben, könnten auf eine Epilepsie hinweisen. Bei der Epilepsie treten erste Anfälle meist zwischen dem ersten und dem fünften Lebensjahr auf. Der Grund für die unkontrollierten Entladungen im Gehirn ist unbekannt. Bei bestimmten Rassen wie Golden Retriever, Labrador Retriever und Berner Sennenhund spielt Vererbung eine nachgewiesene Rolle, auch bei anderen Rassen wie Deutscher Schäferhund, Beagle, Belgischer Schäferhund (Tervuer) und Wolfspitz wird eine erbliche Vorbelastung vermutet.

Die häufigste Anfallsart sind Grand-mal-Anfälle mit Bewusstseinsverlust, Krämpfen, Speichelfluss, bei manchen Tieren auch mit Urin- und Kotabsatz. Die Anfallsmuster und die Dauer können von Hund zu Hund verschieden sein. Die Phase nach dem Anfall mit Desorientierung, Depression und Blindheit kann Minuten bis Tage andauern. Die Diagnose wird durch Ausschluss von symptomähnlichen Erkrankungen wie Hirnschäden nach Unfall, Hirnhautentzündung, Wasserkopf, Hirntumoren und Stoffwechselerkrankungen gestellt. Behandelt wird die Epilepsie mit Medikamenten, mit denen die Anfallshäufigkeit vermindert werden kann. Vollständige Anfallsfreiheit wird nicht immer erreicht, ein Anfall in drei Monaten ist ein realistisches Therapieziel.

„Wir haben eine Katze und ziehen um in eine Wohnung mit Balkon. Kann meine Katze vom Balkon fallen?“

Die Tierärztin: Ja, Katzen können vom Balkon fallen. Besonders junge Katzen unterschätzen schon mal die Gefahr und lassen sich von ihrem Jagdtrieb verleiten.

Kippfenster können zu Fallen werden, wenn Katzen bei dem Versuch, nach draußen zu klettern, hängen bleiben. Um Risiken zu vermeiden, sollte der Katze eine bequeme Möglichkeit zum Ausgang gegeben werden, beispielsweise mit einer Katzenklappe in der Tür nach draußen. Ist der Balkon nicht zu hoch, lässt sich vielleicht ein Brett als Katzentreppe nach unten befestigen. Wer sicher gehen möchte, lässt die Katze nicht unbeaufsichtigt auf den Balkon und schließt alle Kippfenster, wenn die Katze allein zu Hause bleiben soll.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.