Tiersprechstunde: Wenn das Fell ausfällt

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Ein süßer Kerl: Der Mischlingswelpe hat die Geburt gut überstanden.

Wenn das Haus- oder Nutztier krank wird, will der Besitzer so schnell wie möglich helfen. Ihre Fragen zur Tiergesundheit beantwortet Tierärztin Bettina Mangold in unserer Tiersprechstunde.

„Unser Hund hatte plötzlich am Hinterbein eine haarlose Stelle mit roter Schwellung in der Mitte. Ein Besuch beim Tierarzt ergab die Diagnose „Hot spot“. Was ist das eigentlich?“ fragte eine Leserin wissen.

Die Tierärztin: Ein Hotspot ist eine entzündete Hautstelle unterschiedlicher Ursache wie allergische Reaktion auf Flohbisse und kleine Hautverletzungen. Beim oberflächlichem Hotspot lecken und kratzen die Hunde aufgrund von Juckreiz, so dass innerhalb kurzer Zeit ein runder, haarloser und nässender Hautbezirk mit rötlichem Rand auftritt, der beim Abtasten flach und nicht schmerzhaft ist. Beim tiefen Hotspot handelt es sich um eine bakteriell entzündete Haarwurzel. Die Stelle ist geschwollen, juckt nicht, ist aber schmerzhaft.

Unterschieden werden die beiden Formen nach dem Scheren des Bezirks. Je nach Ursache wird mit Cortison- und Antibiotikapräparaten behandelt. Daneben muss auch die Beseitigung des Auslösers erfolgen, also gegebenenfalls Flohbekämpfung und verbesserte Fellpflege. Zu den häufig betroffenen Hunderassen gehören Labrador, Golden Retriever, Collie, Schäferhunde, Bernhardiner, Neufundländer, Rottweiler und Bobtails.

„Unsere Schäferhündin ist zum ersten Mal trächtig. Wie verläuft eine Geburt beim Hund normalerweise, wie kann ich der Hündin helfen und ab wann müsste ich mir Sorgen machen, beziehungsweise den Tierarzt anrufen?“ wollte ein Leserin wissen.

Die Tierärztin: Die Trächtigkeit dauert in der Regel 63 bis 66 Tage und sollte nicht länger als bis zum 70. Tag nach der Belegung andauern. Die Geburt beginnt mit der Eröffnungsphase, in der sich der Muttermund öffnet. Diese Phase dauert in der Regel 6 bis 12 Stunden, bei erster Trächtigkeit auch bis zu 36 Stunden, dabei zeigt die Hündin, Unruhe, Hecheln, Zittern und Umschauen nach der Flanke. Viele Hündinnen fressen in dieser Phase nicht mehr, manche erbrechen. Ist der Welpe im Geburtskanal, platzt die äußere Fruchthülle und Fruchtwasser läuft aus der Scheide.

Zwischen dem Platzen der Fruchthülle und dem Austreten des Welpens können 10 bis 60 Minuten vergehen. Der Großteil der Welpen wird mit dem Kopf und Vorderpfoten voran geboren, aber auch die Hinterendlage, mit den Hinterpfoten zuerst, ist beim Hund meist unproblematisch. Nach dem Abgang des Fruchtwassers sollte der Welpe nach 30 Minuten Pressen geboren sein. Eine Verzögerung oder ein Abbrechen dieser Austreibungswehen sind als schwere Geburtsstörungen anzusehen. Zwischen den einzelnen Welpengeburten ruht sich die Hündin aus, dabei kann der Abstand zwischen zwei Welpen bis zu vier Stunden betragen. Die Austreibungsphasen sollten innerhalb von etwa 12 Stunden abgeschlossen sein. Nach der Geburt durchbeißt die Hündin die Nabelschnur und leckt die Welpen sauber, was die Atmung der Hundebabys in Gang setzt. Direkt nach der Geburt versuchen die Welpen zu trinken.

„Was ist ein Roll-Lid?“ wollte eine Katzenhalterin aus Treysa wissen.

Die Tierärztin: Die als Roll-Lid bezeichnete Einwärtsdrehung des Augenlidrandes bei der Katze seltener vor als beim Hund. Meistens ist bei der Katze das Unterlid betroffen. Bei Perserkatzen kann das Roll-Lid angeboren sein, meistens entsteht es aufgrund von chronischen Entzündungen der Binde- und Hornhaut. Die Tiere leiden sehr unter einem Roll-Lid, denn der eingeklappte Lidrand reizt das Auge, vor allem wenn die Wimpern über die Hornhaut reiben. In den meisten Fällen verschwindet das Roll-Lid nach Behandlung der ursächlichen Entzündung. Bei schweren Fällen hilft nur eine Operation.

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