Tod nach Cybermobbing: Student in USA verurteilt

New Brunswick - Cybermobbing ist ein ernstes Thema. Ein 20-jähriger Student in den USA hat einen Kommilitonen so verletzt, dass dieser sich umbrachte. Der Täter wird schuldig gesprochen und ihm droht noch mehr.

Ein 20-jähriger Student ist am Freitag des Cybermobbings gegen einen Kommilitonen in den USA schuldig gesprochen worden. Er hatte über eine Webcam seinen homosexuellen Mitbewohner mit einem Liebhaber gefilmt und dann über Twitter davon erzählt und Kommilitonen aufgefordert, sich das Video anzusehen. Der Studienkollege stürzte sich daraufhin im September 2010 von der George-Washington-Brücke zwischen New York und New Jersey in den Tod.

Der Täter und das Opfer, die zum Tatzeitpunkt beide 19 Jahre alt waren, teilten sich ein Zimmer an der Rutgers Universität. Nachdem ihn das Opfer gebeten hatte, das Zimmer zu verlassen, weil er Besuch erwarte, schaltete der Angeklagte seine Webcam an. Er filmte seinen Mitbewohner, wie er seinen Besucher küsste.

Verurteiltem droht Abschiebung nach Indien

Am Freitag wurde der indischstämmige Student dafür in allen 15 Anklagepunkten schuldig gesprochen. Ihm wurde der Selbstmord seines Mitbewohners zwar nicht zur Last gelegt, musste sich aber unter anderem wegen Diskriminierung und Einschüchterung verantworten. Der heute 20-jährige Täter schüttelte bei der Urteilsverlesung mit dem Kopf. Er verließ zusammen mit seinem Vater das Gericht. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft und womöglich eine Abschiebung nach Indien, obwohl er seit seiner Kindheit in den USA lebt. Sein Anwalt kündigte an, in Berufung gehen zu wollen.

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Der Fall hatte in den USA eine Debatte über das vor allem unter jungen Menschen verbreitete Mobbing im Internet und Diskriminierung von Homosexuellen ausgelöst. „Dieser Vorfall sollte uns alle daran erinnern, wie wichtig Anstand und gegenseitiger Respekt im täglichen Leben, bei der Arbeit und bei der Kommunikation untereinander ist“, hieß es in einer Mitteilung der Rutgers Universität.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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