Selbstmord-Anschlag

Tödliche Umarmung: Polizist wird zum Märtyrer

Chales - Ein irakischer Polizist hat sich in einem heldenmütigen Akt selbst geopfert, um Pilger vor einem Selbstmordattentäter zu schützen.

Wie ein Polizeioffizier sagte, warf der 34-jährige Ajjub Chalaf am Mittwoch seine Arme um den Attentäter, kurz bevor dieser seinen Sprengsatz zündete. Bei dem Anschlag in Chales nordöstlich der Hauptstadt Bagdad wurden fünf schiitische Pilger getötet. Ohne den selbstlosen Einsatz des Polizisten wäre die Opferzahl aller Wahrscheinlichkeit nach deutlich höher gewesen.

"Ajjub wurde zum Märtyrer, als er die Pilger verteidigte, und sein Namen wird ein ewiges Symbol bleiben, weil er das Leben von dutzenden Unschuldigen rettete", sagte sein Freund Saad Naim. Sein Kollege und Freund Dschaafar Chamis lobte ebenfalls sein Handeln. "Ich bin stolz auf ihn, weil er sich dem Terrorismus entgegengestellt hat und die Stimme des Unglaubens und der Ungerechtigkeit zum Schweigen gebracht hat, indem er Körper und Seele opferte." Chalaf war verheiratet und hatte zwei Kinder.

Der Anschlag in Chales war der jüngste einer Angriffsserie auf schiitische Pilger. In der Provinz Bagdad waren dabei am Dienstag mindestens acht Menschen getötet worden, nachdem es bereits am Montag bei zwei Bombenanschlägen 24 Todesopfer gegeben hatte. Während der 40-tägigen Trauerzeit nach dem Aschura-Fest, bei dem des Todes des Prophetenenkels Imam Hussein gedacht wird, pilgern hunderttausende Schiiten zu seinem Mausoleum in der Stadt Kerbela. Der 40. Tag fällt in diesem Jahr auf den 23. Dezember.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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