Explosion in Euskirchen

Tödlicher Blindgänger in Betonblock versteckt?

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Beamte des Landeskriminalamtes untersuchen am 03.01.2014 in Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) den bei der Explosion zerstörten Bagger.

Euskirchen - Eine weit verbreitete Praxis im Umgang mit den explosiven Überbleibseln in und nach dem Zweiten Weltkrieg könnte Schuld am Tod des Baggerfahrers in Euskirchen gewesen sein.

Der tödliche Blindgänger von Euskirchen war laut Polizei möglicherweise in einem Betonblock versteckt. Bei einer Explosion der Bombe oder Luftmine waren am Freitag der 50-Jährige ums Leben gekommen, mindestens 13 Menschen wurden verletzt. „Damals wurden die Blindgänger oft mit Beton übergossen, wenn man sie nicht abtransportieren konnte“, sagte ein Polizeisprecher am Samstag.

Beim Recycling von Bauschutt war der Blindgänger explodiert. Vermutlich sei unbemerkt mit dem Schutt eine Weltkriegsbombe oder Luftmine angeliefert worden. Der Bagger, der die Explosion ausgelöst hat, war mit einem Greifarm ausgestattet. Sollte der Blindgänger tatsächlich in Beton eingegossen gewesen sein, habe der 50-jährige Baggerfahrer keine Chance gehabt, die tödliche Gefahr zu erkennen. Zwei weitere Mitarbeiter der Baufirma im Alter von 23 und 46 Jahren überlebten die Explosion schwer verletzt.

Eine gewaltige Druckwelle hatte in mehreren hundert Metern Umkreis Schäden angerichtet, die auch am Samstag noch nicht beziffert werden konnten. Fensterscheiben zersplitterten, Autos wurden demoliert, Garagentore herausgerissen, Fassaden beschädigt. „Es gehen nach wie vor Schadensmeldungen ein“, sagte der Polizeisprecher. Es sei aber offenbar keines der beschädigten Gebäude einsturzgefährdet.

Weltkriegsbombe explodiert: Baggerfahrer stirbt in Euskirchen - Bilder

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Bislang habe sich bei den Ermittlungen auch kein Straftatverdacht ergeben. Spezialisten des Landeskriminalamts hatten am Samstag die Unglücksstelle vermessen. Dazu war auch ein Hubschrauber im Einsatz. Es seien Metallteile des Blindgängers und Sprengstoffspuren sichergestellt worden. Die weiteren Auswertungen sollen nun klären, um welche Art Kriegshinterlassenschaft es sich gehandelt hat.

Der Baggerfahrer arbeitete für eine Firma aus Euskirchen, die das Gelände zur Lagerung und zum Recyceln von Bauschutt angemietet hatte.

Die Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes gehen davon aus, dass es sich bei der Munition um eine Bombe oder Mine aus dem Zweiten Weltkrieg handelt. Luftminen werden als Blindgänger wesentlich seltener entdeckt als die häufigeren Fünf- oder Zehn-Zentner-Bomben.

dpa

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