Geschmacklos?

Touristen posieren vor rauchendem Vulkan auf Bali!

Auf Bali ist die Angst immer noch riesengroß! Der Vulkan Agung könnte jeden Moment ausbrechen. Viele Balinesen mussten bereits flüchten. Vielen Touristen scheint das allerdings egal zu sein. Denn das einzige was für sie zählt, ist das perfekte Foto.

Denpasar - Auf der indonesischen Ferieninsel Bali hat sich der Vulkan Agung weiter beruhigt. Aus dem mehr als 3000 Meter hohen Berg stieg am Montag nur noch eine dünne Wolke Schwefeldampf auf. Nach Angaben der nationalen Katastrophenschutzbehörde gab es keine Eruptionen mehr. Trotzdem gilt weiterhin die höchste Alarmstufe Rot. Einige Urlauber scheint diese Warnung aber wenig zu stören. Während die einheimische Bevölkerung auf Bali um ihr Leben bangt, tauchen in den Social-Media-Netzwerken immer wieder Fotos von Touristen auf, die vor dem rauchenden Vulkan posieren - meditierend, in Samurai-Polse, sexy oder romantisch mit Atemschutzmaske. Die taff-Redaktion von ProSieben hat diese Fotos den Passanten in deutschen Fußgängerzonen gezeigt. Diese reagierten kritisch.

Experten sagen: Die Ausbruchgefahr besteht weiter

Der Druck innerhalb des Vulkans ist nach Angaben von Experten weiterhin so hoch, dass er jederzeit ausbrechen könnte. Trotz aller Warnungen halten sich immer noch viele Anwohner innerhalb der Zehn-Kilometer-Sperrzone auf, die rund um den Vulkan gilt. Nach offiziellen Angaben haben von etwa 100 000 Menschen, die dort leben, insgesamt etwa 60 000 Unterschlupf in Notaufnahmelagern gesucht. Weil der Flugverkehr immer noch nicht normal läuft, hängen weiterhin Tausende Urlauber auf der Insel fest. Die meisten davon kommen aus Australien. Beim letzten Ausbruch des Gunung Agung („Wunderbarer Berg“) kamen 1963/64 mehr als 1100 Menschen ums Leben. Indonesien mit seinen mehr als 17 000 Inseln liegt auf dem Pazifischen Feuerring. In dem Gebiet treffen verschiedene Platten der Erdkruste aufeinander. Es kommt oft zu Erdbeben und Eruptionen. Insgesamt gibt es dort etwa 130 aktive Vulkane.

Tausende Touristen flüchten vor dem Vulkan

Nach der Wiederinbetriebnahme des internationalen Flughafens auf Bali haben tausende Touristen die von einem Vulkanausbruch bedrohte Ferieninsel verlassen. Seit der Flughafen wieder geöffnet sei, normalisierten sich "die Dinge schrittweise", sagte Flughafensprecher Israwadi am Donnerstag. Mehr als 4500 Menschen seien inzwischen ausgeflogen worden. Der internationale Flughafen von Bali war am Montag wegen einer riesigen Aschewolke aus dem Vulkan Agung geschlossen worden. Hunderte Flüge wurden gestrichen, mehr als 120.000 Urlauber saßen deswegen auf der Insel fest. Am Mittwoch wurde der Flugverkehr vorerst wieder aufgenommen, weil die Vulkanasche zunächst in eine andere Richtung geweht wurde. Der Flughafen auf der nahegelegenen Insel Lombok wurde derweil am Donnerstag wieder geschlossen, weil Asche und Rauch in Richtung des Flughafens zogen. Zwar schien der Vulkan am Donnerstag weniger Asche und Rauch auszustoßen, Experten mahnten aber zur Vorsicht. Ein größerer Ausbruch könne jederzeit erfolgen, hieß es. Überdies ähnele die Aktivität des Agung den Entwicklungen, die sich vor dem letzten Ausbruch des Vulkans 1963 abspielten. Damals waren rund 1600 Menschen durch den Vulkanausbruch ums Leben gekommen. Zuletzt gab es überdies eine Reihe von Mini-Eruptionen des Vulkans. jep/ao

dpa/Video: Glomex

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