Jackpot geknackt - dann schlug das Schicksal zu

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Sechs richtige Kreuze gemacht und dann ein sorgenfreies Leben haben? In einigen Fällen endete der Gewinn des Jackpots tragisch.

Münster - Bis zu 90 Millionen Euro im Jackpot: Die neue Europa-Lotterie weckt Träume. Doch plötzlicher Reichtum kann einen Glückspilz zum Pechvogel machen. Lesen Sie hier einige tragische Fälle.

Der neue “Eurojackpot“ lockt von diesem Freitag an mit Gewinnen fast jenseits der Vorstellungskraft. Wenn der Pott länger nicht geknackt wird, kann ein Einzelner bis zu 90 Millionen Euro einstreichen. Viele träumen davon. Doch was ist, wenn das große Glück kommt - und sich dann plötzlich in einen Alptraum verwandelt? Das Schicksal einiger Lottomillionäre kann einem zu denken geben.

Da ist zum Beispiel der tragische Fall eines Kochs aus Boston im US-Staat Massachusetts. Er hauchte wenige Tage nach dem Gewinn von 3,6 Millionen Dollar bei einer Herzinfarkt sein Leben aus. Dabei war er erst 37 Jahre alt. Der Stress habe ihn umgebracht, klagten seine Angehörigen. Seit seinem Gewinn sei er ständig von Finanzberatern und anderen Leuten belagert worden, die von ihm Geld haben wollten.

Die zehn kuriosesten Versicherungen

Für zwölf Euro im Jahr entschädigt eine Versicherung jedes Steckenbleiben im Fahrstuhl, mit 75 Euro. Da jeder Deutsche aber nur einmal in 102 Jahren im Aufzug stecken bleibt, sollte man sich diese Investition gut überlegen. © dpa
Für einen Jahresbeitrag von 12 Euro sichert man sich außerdem eine Wiedergutmachung in Höhe von 5000 Euro, falls man von Außerirdischen entführt wird und das auch beweisen kann. © dpa
Freunde des Alkohols können sich gegen ein Verbot seitens des Staates für läppische 12 Euro im Jahr versichern. Tritt der Ernstfall ein, bekommen die Versicherungsnehmer 500 Euro. © dpa
Schon oft diskutierten führende Politiker ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Versichert man sich für jährlich 12 Euro gegen ein entsprechendes Gesetz, zahlt die Versicherung im Schadensfall 100 Euro. © dpa
Zum täglichen Nervenkitzel gehören auch die Berg- und Talfahrten an der deutschen Börse. Aktionäre können deshalb maximal 625 Euro versichern. Kommt es zu einem Crash und einer der fünf zur Auswahl stehenden Indizes sackt innerhalb eines Jahres um mehr als 75 Prozent ab, zahlt die Versicherung. © dpa
Die Versicherung gegen Pech beim Lotto richtet sich an alle Unglücksraben. Wer 52-Mal im Jahr Lotto spielt und nie mehr als zwei Richtige hat, wird von seiner Versicherung mit 2500 Euro entschädigt. Gebühr pro Jahr bei einer Chance von 1:4900: Zwölf Euro. © dpa
Zwölf Euro pro Jahr kostet es, sich gegen ein Nein vor dem Traualtar zu versichern. Alle, die dort von einer Braut, die sich nicht traut, enttäuscht werden, bekommen 100 Euro. © dpa
Einen verregneten Sommer entschädigen Optikerketten mit einer Versicherung gegen schlechtes Wetter. Kauft man eine teure Sonnenbrille, erhält aber aufgrund von einem Jahr Dauerregen keine Gelegenheit, damit anzugeben, zahlt die Versicherung die Brille. © dpa
"Sie gehen ins Gefängnis, gehen Sie nicht über Los,...": Erwischt es Sie zu Unrecht, zahlt Ihnen eine Versicherung gegen einen unverschuldeten Gefängnisaufenthalt 500 Euro. Der Beitrag beträgt natürlich zwölf Euro pro Jahr. © dpa
Eine Versicherung für alle Männer mit schwachen Nerven: Bei zwölf Euro Jahresbeitrag erhalten Opfer eines Ohnmachtsanfalls im Kreissaal 125 Euro. © dpa

Der prominenteste Fall aus Deutschland ist “Lotto-Lothar“. Der Arbeitslose aus Hannover gewann 1994 umgerechnet zwei Millionen Euro. Er kaufte einen Lamborghini und widmete sich dann vor allem Alkohol, Partys und schönen Frauen. Fünf Jahre nach seinem Millionengewinn war “Lotto-Lothar“ tot. Witwe und Freundin stritten lange um sein Erbe.

Auch Walter K. - 1956 einer der ersten deutschen Lotto-Gewinner - wurde nicht richtig glücklich. Der Mann - er war im früheren Leben Schausteller - kaufte ein Hotel in Paris. Er lud seine Freunde ein und hängte ein Schild an die Tür: “Wegen Reichtums geschlossen.“ Am Ende starb er jedoch verarmt im Obdachlosenasyl.

Manche Glückspilze sind so überfordert, dass sie auf die schiefe Bahn geraten. In Thüringen machte ein Serien-Einbrecher von sich reden, der 1997 umgerechnet 750.000 Euro im Lotto gewonnen hatte. Irgendwann war nur der Hunger nach Luxus geblieben. “Lotto-Claus“ wurden 60 Diebstähle und Einbrüche nachgewiesen. Ein Gericht schickte den früheren Fliesenleger 2005 für vier Jahre ins Gefängnis.

Onkel-Dagobert-Syndrom droht

Aber um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Natürlich kann man mit Lottomillionen auch gesund und glücklich leben, sagt Glücksforscher Stephan Lermer. Man solle sich aber erst einmal eine Auszeit nehmen - um zu lernen, mit dem Geld umzugehen. Ein seriöser Finanzexperte und ein psychologischer Berater könnten da helfen. Und: Der Gewinner solle am besten auch anderen mal eine Freude machen und mit seinem Geld etwas bewegen. Sonst drohe das “Onkel-Dagobert-Syndrom“, die Vereinsamung in der teuren Villa.

Das süße Nichtstun liegt übrigens auch nicht jedem: “Es gibt Zeiten, da wünsche ich mir, das Geld nie gesehen zu haben“, klagte ein Schotte, der 1,4 Millionen Pfund gewonnen hatte. Zwei Monate später bewarb er sich wieder um einen Job: “Die Bezahlung ist nicht wichtig. Hauptsache, es gäbe was zu tun, außer im Pub zu sitzen.“

dpa

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