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Tränenreiches Ende: Mutter filmt sich, wie sie 3-jährigen Sohn zum letzten Mal stillt

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Von: Luis Teschner

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Eine TikTokerin hat mit einem Video, in dem sie ihrem 3-jährigen Sohn erzählt, dass sie ihn fortan nicht mehr stillen werde, eine Kontroverse ausgelöst.

Kassel – Zu manchen Themen gibt es beinahe unendlich viele Meinungen. Vor allem unter Müttern ist der perfekte Zeitpunkt, mit dem Stillen aufzuhören, eine solch kontroverse Debatte. Zumindest, wenn man einem TikTok glaubt, in dem eine mexikanische Mutter ihren 3-jährigen Sohn zum letzten Mal stillt und dabei bitterlich weint.

Kurze Zeit später: 28 Millionen Klicks und über 41.000 Kommentare, in denen andere Nutzer darüber diskutieren, ob die Frau heillos übertreibt, ihr Kind schon viel zu alt zum Stillen ist, oder sie einfach in Ruhe gelassen werden sollte. Die Frau scheint die Aufmerksamkeit allerdings zu genießen, und postet das Video regelmäßig neu, um noch mehr Menschen an ihrer Trauer teilhaben zu lassen.

Emotionales Video: TikTokerin kündigt ihrem Sohn Ende der Stillzeit an

In dem Video ist die Mexikanerin liegend auf einem Bett zu sehen, wie sie ihren Sohn stillt. Dabei weint sie bitterlich und erzählt ihrem Sohn, dass sie ihn fortan nicht mehr stillen werde. Im Hintergrund läuft das Musikstück „Cornfield Chase“ aus dem Film „Interstellar“, das das Video noch weiter mit Pathos auflädt.

Der Sohn selbst scheint im Gegensatz zu diesem weinenden Baby in einem Flugzeug weniger betroffen als seine Mutter und ist außer einem zwischengerufenen „Warum?“ mehr mit der Nahrungsaufnahme als mit der Abstill-Nachricht beschäftigt. Zum Ende des Videos gratuliert die Mutter ihrem Sohn zu den drei Jahren, die beide gemeinsam miteinander verbracht haben.

In den Kommentaren herrscht vor allem eines: Uneinigkeit zum Thema Stillen

Während die Mutter und ihr Sohn sehr harmonisch erscheinen, geht es in der Kommentarspalte heiß her. Das erste lautstarke Lager findet das Alter des Sohnes befremdlich und macht sich über die Frau lustig. „Der Typ macht doch bald Abitur“, heißt es, und: „Wenn du nicht loslassen kannst, kann das Kind das auch nicht.“

Andere nehmen die Mutter in Schutz. Eine Nutzerin schreibt: „Ich bin traurig, dass ich zuerst befremdet war. Es ist natürlich, aber ich musste mich dennoch selbst überreden, weil die Gesellschaft es anders vermittelt.“ In einigen Kommentaren werden die Kritiker direkt angegriffen: „Ich kann nicht glauben, was hier kommentiert wird. Er ist 3. Das ist ein ganz normales Alter zum Stillen.“

Mutter stillt junges Kind auf einem Teppich sitzend
Mutter trauert beim letzten Mal Stillen mit ihrem 3-jährigen Sohn. (Symbolfoto) © Liliya Solopova/Imago

Auch die intensive Trauer der Mutter ist Thema und wieder ist das Publikum sich nicht einig. „Ok, aber warum heulst du?“, sagt die eine Seite. „Dieser gemeinsame Moment mit dem Baby. Der Moment, in dem man es nährt. Ich vermisse es, meinen Sohn zu stillen. Die Zeit stand still und wir sahen uns einfach an“, erwidert die andere Seite etwas mitfühlender.

Unabhängig von der zahlreichen Kritik lässt die Mutter sich trotzdem nicht verunsichern und kommentiert selbst: „Ich habe SO VIEL Liebe und Unterstützung erhalten. Das wiegt viel schwerer als der Hass.“

Experten sind sich sicher: Stillen eines 3-Jährigen ist ganz normal

Experten wiederum stehen sehr eindeutig auf der Seite der Mutter. Laktationsberaterin Anja Bier erklärt in der Apotheken-Umschau: „Das natürliche Abstillalter liegt im Alter von zwei bis vier Jahren oder noch später. Auf jeden Fall sollten Sie sich zu nichts drängen lassen.“

Die WHO empfiehlt vor allem, Babys mindestens sechs Monate ausschließlich zu stillen, und dann langsam Beikost einzubringen. Außerdem soll Stillen das Risiko für Fettleibigkeit bei Kindern senken. Laut Stillprodukte-Hersteller medela vermuten manche Forscher, dass Kinder aus biologischer Perspektive sogar bis zum sechsten oder siebten Lebensjahr gestillt werden könnten.

Kindergesundheit-info.de berichtet, dass Abstillen für alle Beteiligten auch eine emotionale Herausforderung sein könne und es deswegen es wichtig sei, dass Mütter ihren Kindern in dieser Zeit besonders viel Zuneigung und Liebe zeigen. Das erklärt die Tränen im kontroversen TikTok. Ob die Mutter das Thema allerdings gerade wegen seiner Kontroversität nochmal extra dramatisiert, kann natürlich niemand feststellen. Meinungen dazu finden sich in den Kommentaren trotzdem endlos. (lute)

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