TV-Kritik zum Leipziger Tatort: Keppler fährt Auto

Wenn der „Tatort“ ein Spiegelbild der Gesellschaft sein sollte, ist es nicht gut bestellt um die Autoindustrie. Kommissar Thiel radelt lieber durchs Münsterland statt sich wie einst Derrick in einen BMW zu setzen.

Und sein Leipziger Kollege Keppler fährt Straßenbahn oder geht zu Fuß. Anders als der Münster- „Tatort“, der nur noch albern ist, bot der MDR mit der Folge „Todesschütze“ auch eine starke Geschichte. Regisseur Johannes Grieser thematisierte mit den Autoren Mario Giordano und Andreas Schlüter spannend große Moralfragen wie: Wie viel Mut erfordert es, in der Tram Zivilcourage zu zeigen, wenn Halbstarke rumpöbeln? Was soll ein Polizist tun, der seinen Sohn dabei erwischt, wie er eine Frau tottritt? Ihn verraten? Schützen?

Sonst sieht es in Leipzig oft so aus, als sei der großartige Martin Wuttke als Keppler an der Seite von Eva Saalfeld (Simone Thomalla) unterfordert. Diesmal passte jedoch alles. Auch Jonas Nay, Antonio Wannek und Vincent Krüger als jugendliche Schläger sowie Stefan Kurt als verzweifelter Witwer spielten ergreifend. Und Wotan Wilke Möhring als Polizist machte Lust auf seine Rolle als neuer NDR-„Tatort“-Kommissar. Keine Ahnung, ob er demnächst im Auto oder mit dem Rad durch Hamburg fahren wird. Keppler musste sich am Schluss notgedrungen doch ans Steuer setzen. Es war ein sehr trauriges Ende. mal@hna.de

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.