Kritischer Journalist stirbt

Grausames Verbrechen: TV-Reporter sitzt in Friseurstuhl - Unbekannte schießen mehrmals auf ihn

Schreckschusswaffe
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In Honduras wurde ein Journalist erschossen. Dieses Symbolbild zeigt eine Schreckschusswaffe.

Wortlos und völlig ohne Vorwarnung haben Unbekannte am Samstag einen Fernsehreporter in Honduras erschossen. Der Journalist saß gerade in einem Friseurstuhl, als die Männer mehrere Male auf ihn feuerten.

La Entrada - Ein grausames Verbrechen hat in Honduras einem Journalisten das Leben gekostet. Der TV-Reporter Edgar Joel Aguilar wurde in einem Friseursalon erschossen. Unbekannte betraten nach Medienberichten, darunter die spanische Zeitung El Pais, am Samstag das Geschäft in der Stadt La Entrada und feuerten unvermittelt und wortlos mehrmals auf den Fernsehreporter, der in einem Friseurstuhl saß. Medien des mittelamerikanischen Landes berichteten unter Berufung auf die Polizei, es habe in der Vergangenheit bereits Morddrohungen gegen Aguilar gegeben - und auch konkrete Mordversuche. Der Journalist hatte demnach kriminelle Strukturen im Land kritisiert.

Nationale Sender Canal 6 fordert Aufklärung des Falles

Der nationale Sender Canal 6, für den Aguilar als Korrespondent in der Region im Westen von Honduras gearbeitet hatte, forderte die Polizei auf, die Tat aufzuklären. Die Zeitung „El País“ schrieb, seit 2001 seien mindestens 78 Medienschaffende in dem Land mit rund neun Millionen Einwohnern getötet worden. Die Aufklärungsrate liege bei acht Prozent.

Nicht der erste Mord an Journalisten

Nach Informationen des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) war im März dieses Jahres bereits ein Fernsehjournalist in Honduras ermordet worden. Das Land belegte im jüngsten Pressefreiheitsindex der Organisation Reporter ohne Grenzen unter 180 Ländern den 146. Platz. Honduras hat zudem eine der höchsten Mordraten der Welt.

Auch der Fall des verschwundenen saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi beschäftigt weiter die Polizei. 

dpa/va

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