U-Bahn-Brutalo will sich bei Opfer entschuldigen

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Berlin - Der Vater eines der Berliner U-Bahn-Schläger ist schockiert von der Tat seines Sohnes und berichtet, dass es diesem "wahnsinnig leid" tue. Der 18-Jährige wolle sich entschuldigen.

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Kritik an Haftverschonung für Berliner U-Bahn-Schläger

Der Vater des Hauptverdächtigen der jüngsten U-Bahn-Schlägerei in Berlin sagte der “Bild“-Zeitung (Mittwochausgabe), niemand hätte gedacht, “dass unser Sohn zu so etwas fähig ist“. Er bereue zutiefst, was er gemacht habe. Er wolle sich unbedingt bei dem Opfer persönlich entschuldigen. Es tue ihm “wahnsinnig leid“.

Staatsanwaltschaft will schnelle Anklage

Die Staatsanwaltschaft will den mutmaßlichen Schläger schnell vor Gericht bringen. Die Anklage wegen versuchten Totschlags gegen den 18-jährigen Schüler solle in zwei bis drei Wochen fertig sein, sagte Staatsanwaltssprecher Holger Freund am Mittwoch.

Wegen gefährlicher Körperverletzung soll ein zweiter Jugendlicher angeklagt werden. Dem ebenfalls 18-Jährigen wird vorgeworfen, einen Mann angegriffen zu haben, der dem am Boden liegenden Opfer helfen wollte.

Täter aus guten Verhältnissen

Laut "Bild" soll der Hauptverdächtige aus guten Familienverhältnissen stammen und früher ein ehrgeiziger Ruderer gewesen sein. Später sei er eingeknickt, habe mehrfach die Schule wechseln müssen und den Sport aufgegeben. Auch soll er angefangen haben, Drogen zu nehmen.

Nach Einschätzung der Sozialpädagogin Rebecca Friedmann wird niemand von heute auf morgen zum Gewalttäter. Es gebe immer erhebliche biografische oder psychosoziale Belastungen im Hintergrund, sagte sie sagte dem “Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe). In den meisten Fällen liege die Ursache von Gewalt in der frühesten Kindheit. Alkohol enthemme, aber das eigentliche Handlungsmotiv habe damit nichts zu tun.

Als Motiv hatte der angehende Abiturient angegeben, “in einer aggressiven Stimmung gewesen zu sein und nach Streit gesucht zu haben“. Auch sei er betrunken gewesen.

Glietsch: Ursachen für Gewaltausbrüche vielfältig

Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch warnte vor voreiligen Schlüssen. Die erschreckende Brutalität eines jungen Mannes aus “geordneten Verhältnissen“ mache deutlich, dass die Ursachen solcher Gewaltausbrüche vielfältig seien. Wann, wo und aus welch nichtigem Anlass solche Taten begangen würden, sei von Zufällen abhängig.

Den Opfern von Gewalttaten sei keineswegs damit am besten gedient, dass der Täter “sofort hinter Gittern verschwindet“, gab der Polizeichef zu bedenken. Den Opfern helfe es vielmehr, wenn der Täter durch “dem Einzelfall gerecht werdende Reaktion“ von der Fortsetzung einer kriminellen Karriere abgehalten werde.

Überfall in der Nacht zum Ostersamstag

Der Überfall in der Nacht zum Ostersamstag hat eine neue bundesweite Debatte über den Umgang mit jugendlichen Gewalttätern ausgelöst. Der Schläger im U-Bahnhof Friedrichstraße hatte einen 29-Jährigen mit Tritten gegen den Kopf so schwer verletzt, dass dieser das Bewusstsein verlor. Das Opfer wurde inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen.

dapd / dpa

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