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Ukraine-Krieg: Natalia Klitschko besorgt um Ehemann Vitali – „Unsere Kinder hatten sehr viel Angst“

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Von: Tanja Koch

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Natalia Klitschko (r.) singt mit Iryna Tybinka (l.), Generalkonsulin der Ukraine in Hamburg, die ukrainische Nationalhymne bei einer Kundgebung zum Ukraine-Krieg vor der Europapassage am Jungfernstieg in Hamburg.
Natalia Klitschko (r.) singt mit Iryna Tybinka (l.), Generalkonsulin der Ukraine in Hamburg, die ukrainische Nationalhymne bei einer Kundgebung zum Ukraine-Krieg vor der Europapassage am Jungfernstieg in Hamburg. © Jonas Walzberg/dpa

Nach dem ersten Schock wegen Putins Angriff auf die Ukraine begann Natalia Klitschko, Ehefrau von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko, den Opfern zu helfen.

Hamburg/Kiew – „Wenn ich ginge, wäre das Verrat, und ich könnte niemals mehr in den Spiegel sehen“, sagte Vitali Klitschko, der Bürgermeister Kiews, kürzlich in einem Interview mit Welt am Sonntag. Kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs erklärte er zudem, wenn nötig würde er auch selbst zur Waffe greifen. Seine Ehefrau Natalia Klitschko hingegen ist in Hamburg geblieben, wo die Familie einen zweiten Wohnsitz hat. 

Nun hat die 48-Jährige in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) über die Sorge um ihre Familie gesprochen und die deutsche Hilfsbereitschaft gegenüber Geflüchteten.

NameNatalia Klitschko
Geboren26. Februar 1974, Browary, Ukraine
BerufModel, Sängerin und Yoga-Lehrerin

„Es war klar, dass Vitali Kiew niemals verlassen kann. Er regiert die Stadt, die Menschen brauchen ihn“, erklärt sie. Die erste Woche des Krieges sei für ihre Familie sehr schlimm gewesen. „Unsere Kinder hatten sehr viel Angst um ihren Papa. Sie haben wie wir alle nur Nachrichten geschaut und wollten immer wissen, wie es ihm geht“, erklärt die Sängerin. Sie habe jeden Tag Kontakt zu ihrem Ehemann, der sich in Kiew befindet, und verfolge seine Social-Media-Kanäle. Dort veröffentlichte er kürzlich eine emotionale Video-Botschaft über die Opfer des Kriegs in der Ukraine.

Trotz des Ukraine-Kriegs versuchen die Kinder der Klitschkos, wieder in den Alltag zu finden

Die gemeinsamen Kinder Max (16), Elizabeth-Victoria (19) und Yegor-Daniel (21) wohnen nicht mehr bei ihrer Mutter, seien aber übergangsweise wieder zu ihr gekommen. Nun versuche jeder, trotz der schwierigen Situation wieder in die Normalität zu finden. Ein Schuldgefühl, während des Ukraine-Konflikts* in Sicherheit zu sein, bleibe jedoch bestehen.

„Zum Glück habe ich gute Freunde, die mir dann gesagt haben: ‚Natalia, du kannst jetzt weinen – aber das hilft niemandem. Du kannst den Ukrainern viel besser deine Stimme geben.’“, erinnert sie sich. Daraufhin begann sie, sich öffentlich zu äußern, Hilfe zu organisieren und geflüchteten Familien eine Unterbringung zu organisieren.

Die Hilfsbereitschaft in Deutschland sei enorm. Dazu trage wohl auch die Sorge vor einem dritten Weltkrieg* bei, vermutet Natalia Klitschko: „Ich kann ihnen sagen, warum die Deutschen – und viele andere Europäer auch – so mit den Ukrainern fühlen. Mittlerweile ist vielen Europäern klar: Wenn das in der Ukraine nicht aufhört, kann jedes Land das nächste sein.“ (Tanja Koch) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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