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Rettung von Zootieren aus Kiew: Transporter steht russischen Panzern gegenüber

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Von: Delia Friess

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Wildtiere werden aus dem Zoo von Kiew nach Polen gebracht.
Wildtiere werden aus dem Zoo von Kiew nach Polen gebracht. © Приют для диких животных / Wildlife Animal Rescue Foundation

Durch den Ukraine-Krieg sind auch Zootiere in Gefahr. Tiere aus dem Kiewer Zoo ziehen nach Polen um. Der Transport erfolgt unter schwierigen Bedingungen.

Kiew - Der Krieg in der Ukraine geht trotz Verhandlungen weiter. Der Ukraine-Konflikt* hat nicht nur Folgen für die Menschen, sondern auch für die Zootiere in der Ukraine. Derzeit organisieren Tierschützer den Umzug von Zootieren aus der Ukraine nach Polen. Wildtiere, darunter Tiger und Löwen, aus dem Zoo in Kiew sollen von dem Zoo in Posen in Polen aufgenommen werden, wie das Wild Animal Rescue Center bekannt gab. Die Organisation teilte auch Bilder von Tieren bei ihrem Transport auf den Social-Media-Kanälen.

Die Entfernung zwischen Posen in Polen und der ukrainischen Hauptstadt Kiew beträgt rund 1000 Kilometer. Der Zoo in Polen schrieb, dass der Transport auch über Straßen erfolge, die bombardiert würden. Man sei deshalb sehr nervös und warte an der Grenze darauf, die Tiere in Empfang zu nehmen.

Zootiere werden aus der Ukraine gerettet: Transport nach Polen auf unsicheren Straßen

Die Organisation Wildlife At Risk International hatte unter den Social-Media-Beiträgen geschrieben, dass man bete, dass die Straßen sicher sind. „Wird es rechtzeitig passieren?“, fragte die Tierschutzorganisation außerdem ergänzend. Inzwischen wurden auch Bilder des Transporters gezeigt, der offensichtlich eine Grenze passiert. Auf den Bildern sind auch Löwen zu sehen, die sich verängstigt aneinander kuscheln.

Der Zoo von Kiew schrieb unter einem weiteren Beitrag, dass einige Tiere nun in Polen angekommen seien. Die Tiere seien am Donnerstagabend (04.03.2022) nach einer Odyssee von zwei Tagen in Polen eingetroffen, sagte Zoosprecherin Malgorzata Chodyla der Nachrichtenagentur AFP. Ein ukrainischer Lastwagen mit den zwölf Großkatzen sowie zwei Wildkatzen und einem Wildhund hatten es demnach unbeschadet bis zur polnischen Grenze geschafft. Wegen russischer Bombardements musste der Transporter die Region Schytomyr meiden, schilderte Chodyla.

Transport von Zootieren aus der Ukraine sah sich Panzern aus Russland gegenüber

Einmal habe der Lastwagen die Nacht über stehen bleiben müssen, weil er sich russischen Panzern gegenüber gesehen habe. Der Fahrer habe sich dabei unter das Fahrzeug gelegt, schilderte die Zoo-Sprecherin weiter. Weil das Transportteam nicht gewusst habe, wie es die wilden Tiere füttern kann, sei eigens die Betreiberin des Schutzzentrums, Natalia Popowa, mit ihnen gekommen. An der polnischen Grenze wurden die Zootiere in einen polnischen Lastwagen umgeladen und nach Posen gebracht. Der ukrainische Lkw-Fahrer sei derweil umgehend wieder aufgebrochen, um zu seinen Kindern in der Ukraine zurückzukehren. Auch Popowa fuhr wieder heim, um sich um etwa 70 weitere Tiere in ihrem Schutzzentrum zu kümmern, darunter einige frühere Zirkustiere. Ihre Futtervorräte gingen allerdings bereits zuneige, sagte die Tierschützerin.

Der Zoo in Posen will die geretteten Tiere aber nur vorübergehend aufnehmen. Zoo-Direktorin Ewa Zgrabczynska sagte, sie stehe bereits in Kontakt mit mehreren Tierschutzorganisationen, die sich um die Tiere kümmern wollten. Es gibt außerdem einen Spendenaufruf, weil sich die Stadt Posen den Unterhalt der geretteten Tiere nicht leisten könne. Schon häufiger mussten Zootiere aus Kriegsgebieten wie Syrien gerettet werden. (df)

Putin geht unterdessen noch rigoroser gegen Kritiker vor: Kinder legten Blumen vor der ukrainischen Botschaft nieder und wurden verhaftet. *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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