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Drohende Lebensmittel-Krise durch Ukraine-Krieg – Lauterbach ruft zum Fleischverzicht auf

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Von: Karolin Schäfer

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Karl Lauterbach fordert über Twitter dazu auf, kein Fleisch zu essen. Indes warnen immer mehr Experten angesichts des Ukraine-Krieges vor einer Lebensmittelkrise.

Kassel – „Weniger Fleisch brächte weniger Tierquälerei, weniger C02, weniger Methan, weniger Hunger und bessere Gesundheit. Es spricht alles dafür. Ich esse seit 35 Jahren kein Fleisch“, twitterte Bundesminister für Gesundheit Karl Lauterbach. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Lauterbach via Twitter gegen den Verzehr von Fleischprodukten ausspricht.

Im aktuellen Tweet von Donnerstag (10.03.2022) bezieht sich Lauterbach auf einen Post von Bernd Ulrich. Dieser ist stellvertretender Chefredakteur bei der Zeit. Er spricht in seinem Tweet von einer globalen Lebensmittelkrise. „Wir brauchen da eine gerechte Verteilung und rasch eine drastische Reduktion des Fleischkonsums“, so Ulrich angesichts des Krieges zwischen Russland und der Ukraine.

Importe von Rohstoffen und Lebensmitteln aus beiden Ländern drohen auszufallen. Sollte die Situation in der Ukraine weiter andauern, rechnen Expertinnen und Experten mit einer regelrechten Nahrungsmittelkrise. Wird der Konsum, wie von Lauterbach und Ulrich gefordert, von Fleisch reduziert, könne mehr Getreide und Soja für die Bevölkerung angebaut werden, erklärte der Zeit-Journalist.

Lebensmittel-Krise droht: Ausgelöst durch Ukraine-Krieg

Bereits seit längerem steigen die Kosten für Lebensmittel. Der Ukraine-Konflikt sorgt dafür, dass diese noch weiter in die Höhe schießen. Denn durch den Ukraine-Krieg ausgelösten weltweiten Anstieg der Energiepreise wird nicht nur das Heizen der eigenen vier Wände und das Autofahren teurer. Auch die Herstellung vieler Produkte von Brot bis Waschmittel werden kostspieliger.

Nach Angaben von Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) sollen vor allem ärmere Weltregionen von den Folgen des Krieges in der Lebensmittelversorgung betroffen sein. „Russland und Ukraine sind zwei der größten Exporteure für Weizen und damit die Kornkammer der Welt“, erklärte die SPD-Politikerin am Montag (07.03.2022) am Rande eines EU-Entwicklungsministertreffens in Frankreich. Sollten diese Exporte wegbrechen, „werden Nahrungsmittelpreise weiter steigen, obwohl sie durch Corona und die hohen Energie- und Düngerpreise schon jetzt auf Höchstständen sind“, fügte Schulze hinzu.

Karl Lauterbach bezieht sich auf Tweet von Bernd Ulrich
Lauterbach fordert via Twitter auf Fleischkonsum zu verzichten. (Symbolbild) © Bernd von Jutrczenka/dpa

Drohende Lebensmittelkrise: Russland und Ukraine wichtige Weizenexporteure

Angaben der EU zufolge galt Russland im vergangenen Jahr 2021 als weltweit größter Weizenexporteur. Dann folgen die USA, Kanada und Australien. Auf dem fünften Platz liegt die Ukraine. Auch bei Exporten von Sonnenblumenöl spielen Russland und die Ukraine weit oben in der Rangliste mit. Laut Schulze sei Russland zusätzlich ein wichtiger Düngemittelexporteur – und das weltweit.

Medienberichten zufolge sollen die ukrainischen Exporte durch den vorherrschenden Krieg bereits fast zum Erliegen gekommen sein. Damit droht laut ersten Prognosen acht bis 13 Millionen Menschen zusätzliche Hungersnot. Nach Angaben der Entwicklungsministerin vor allem in Afrika, im Nahen Osten sowie in Asien. Das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung arbeite aber bereits an Gegenmaßnahmen. Man wolle unmittelbar helfen, zugleich aber auch langfristig für krisensicherere lokale Ernährungssysteme sorgen, so Schulze weiter.

Außerdem haben sich Lieferketten und Wirtschaftszweige noch immer nicht von den Auswirkungen der Corona-Pandemie erholt. Immer wieder kommt es zu coronabedingten Versorgungsengpässen, von denen auch Getreide betroffen ist. Das schlägt sich wiederum auf Futtermittel nieder, was dazu führt, dass Fleischprodukte deutlich teurer werden. (fh/kas/dpa)

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