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Ukraine-Krieg: Mädchen (6) in Mariupol nach Beschuss verschüttet und verdurstet

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Von: Sophia Lother

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Menschen gehen an einem von Granaten getroffenen Wohnhaus vorbei. Bei der russischen Belagerung der ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind bereits zahlreiche Häuser zerstört worden.
Bei der russischen Belagerung der ukrainischen Hafenstadt Mariupol sind zahlreiche Häuser zerstört worden. © Evgeniy Maloletka/dpa

Der Ukraine-Krieg fordert immer mehr Opfer. Ein besonders tragischer Fall in Mariupol sorgt nun für Entsetzen.

Mariupol – In der seit Tagen von russischen Streitkräften belagerten südukrainischen Hafenstadt Mariupol ist ein sechsjähriges Mädchen unter Trümmern eines zerstörten Hauses verschüttet worden und verdurstet. „Dies ist nur eine der vielen Geschichten von Mariupol, das seit acht Tagen eine Blockade erlebt“, erklärte Bürgermeister Wadym Boitschenko am Dienstag (08.03.2022) im Telegram-Kanal der Stadt.

Mariupol ist von russischen Streitkräften umzingelt. Mehrere Versuche, die Zivilbevölkerung im Ukraine-Konflikt in Sicherheit zu bringen, waren gescheitert. Die ukrainische und die russische Seite beschuldigen sich gegenseitig, die Evakuierung zu verhindern und abgemachte Waffenstillstände nicht einzuhalten.

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Die humanitäre Lage vor Ort ist katastrophal. Die Bewohner von Mariupol sind von Strom, Wasser und Gas abgeschnitten. Die Kommunikation ist unterbrochen. Versuche, Lebensmittel und Medikamente zu liefern, scheiterten ebenfalls. Hunderttausende Menschen harren dort nach örtlichen Angaben ohne Wasser, Elektrizität und Kommunikationsmittel aus.

Es handle sich um eine humanitäre Katastrophe, schrieb Bürgermeister Bojtschenko weiter. Er warf der russischen Armee vor, Lieferungen von Lebensmitteln und Hilfsgütern zu verhindern. Bojtschenko forderte eine Flugverbotszone. „Das wird unsere liebe Tanja nicht zurückbringen, aber es würde die Leben Tausender Kinder in der Ukraine schützen“, betonte der Bürgermeister.

Ukraine-Krieg: Wolodymyr Selenskyj fordert Unterstützung im Kampf gegen Russland

Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nahm in einer Videobotschaft Bezug auf den Tod des Mädchens in Mariupol: „Zum ersten Mal seit Dutzenden von Jahren, vielleicht zum ersten Mal seit dem Einmarsch der Nazis, ist ein Kind verdurstet“, sagte er und forderte mehr Unterstützung für den Kampf gegen die russischen Truppen.

Wie die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmyla Denisowa, mitteilte, wurden seit Kriegsbeginn am 24. Februar insgesamt 41 Kinder getötet und 76 verletzt. (slo mit dpa/afp)

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