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„Heldenhaft“: Bundeswehr-Oberst huldigt Selenskyj und Klitschko-Brüder

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Andre Wüstner
Oberst André Wüstner, Vorsitzender im Deutschen Bundeswehrverband, im Jahr 2018. (Archivfoto) © Michael Kappeler/dpa

Stern TV beschäftigt sich in seiner Sendung vom 2. März 2022 mit dem Ukraine-Krieg.

„Aus dem beschaulichen Schwabenland hinein ins Kriegsgebiet“ formuliert es Steffen Hallaschka bei Stern TV auf RTL und weiß wohl auch nicht so recht, wie er dem grauenhaften Krieg in der Ukraine nun einen netten Beiklang geben soll. Die Geschlossenheit in Europa, die Solidarität und Hilfsbereitschaft wären positive Aspekte eines Krieges, der sonst keinen hoffnungsfrohen Nenner zu haben scheint.

Stern TV (RTL) berichtet über den Ukraine-Krieg: Aufbruch zur polnisch-ukrainischen Grenze

Eine filmische Dokumentation von Reporterin Sophia Maier wird bei Stern TV eingespielt, wie sie ehrenamtliche Helfer der Hilfsorganisation STELP aus Stuttgart in das 1300 Kilometer entfernte Lwiw, oder eingedeutscht: Lemberg, begleitet. Nicht gerade taktvoll fragt sie einen der Männer „Was’n hier los?“ und Serkan Eren, Gründer der Organisation, antwortet gestresst: „Wir werden überrannt“ – und meint damit nicht die Ukraine, sondern den Zuspruch der Menschen, die Hilfsgüter an die Anlaufstellen bringen.

Ukrainische Freiwillige sortieren gespendete Lebensmittel für die spätere Verteilung an die örtliche Bevölkerung in Lwiw, während der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskij am Mittwoch, 2. März 2022, im Fernsehen auftritt.
Ukrainische Freiwillige sortieren gespendete Lebensmittel für die spätere Verteilung an die örtliche Bevölkerung in Lwiw, während der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskij am Mittwoch, 2. März 2022, im Fernsehen auftritt. © Bernat Armangue/dpa

„Bitte hört auf! Es sollen keine Menschen, keine Kinder sterben“, wird von einer Helfenden in die Kamera gesäuselt, bevor in den Karton mit abgepackten Würstchen geschwenkt wird. Lebensmittel, Schlafsäcke, Schmerzmittel haben die höchste Priorität. Eine letzte Besprechung vor der Abfahrt: Lemberg ist ihr „Endziel“. Sie fahren in die einbrechende Nacht hinein, tanken ein letztes Mal in Tschechien, wo Menschen stundenlang an den Tankstellen warten. Einige würden es als verrückt bezeichnen, was er tut, versucht dazwischen Sophia Maier investigativen Journalismus.

Die Themen in der RTL-Sendung Stern TV am 02. März 2022

Ukraine-Krieg: Stern TV begleitet einen Hilfskonvoi ins Krisengebiet

Die ersten Kilometer in einem Kriegsland: Aus dem Auto filmt die Reporterin die Frauen und Kinder, welche an ihnen vorbeilaufen. „Was für eine verf***** Scheiße.“ „Alter.“ Auch Unfälle sollte eigentlich niemand filmen und Schaulustige sind nirgendwo gern gesehen, daher werden sie aufgefordert, die Kamera auszumachen. Im Supermarkt kaufen sie mit den 30.000 Euro Spendengeldern Lebensmittel: Trinkpäckchen und Schokolade für die Kinder. Volle Bahnhöfe mit Menschen, die aus dem ganzen Land dort ankommen. „Sie haben das Schlimmste noch vor sich.“

Der Moderator Steffen Hallaschka deutet bei der RTL-Programm-Präsentation 2016/17 auf das Sender-Logo. „stern TV“ hat dieses Jahr 30. Geburtstag. RTL feiert das Jubiläum am 02.09.2020 mit einer knapp vierstündigen Sondersendung und Highlights aus drei Jahrzehnten.
Steffen Hallaschka bei der „Stern TV“-Jubiläumssendung © Christian Charisius/picture alliance/dpa

Doch Serkan Eren erklärt, dass sie an anderer Stelle mehr gebraucht werden und bis hierhin haben sich wohl einige der Zuschauer Ähnliches gedacht. Die kleine Hilfstruppe holt am Bahnhof zwei Mütter mit ihren nur wenige Tage alten Babys ab, um sie zurück nach Deutschland zu bringen. „Stück für Stück geben sie Hoffnung“ beendet Steffen Hallaschka bei Stern TV den Beitrag, um noch einmal live zu Sophia Maier in ihrem „Apartment“ in Lwiw zu schalten.

Stern TV über den Ukraine-Krieg: Wie Deutsche in der Ukraine den Angriffskrieg erleben

Weitere dokumentierte Fluchten von vier Männern werden bei Stern TV eingespielt, die ganz unterschiedliche Überlebensstrategien gefunden haben: Markus Peuser, welcher eine deutsche Sprachschule leitet, zieht erst einmal aus Kiew hinaus in ein ukrainisches Dorf. Jörg Drescher, ein ehrenamtlicher Helfer im deutsch-ukrainischen Forum, ist eigentlich auf Krisen-Situationen vorbereitet, aber Freunde raten ihm zu gehen. Auch Jens Däßler, ein Unternehmer, will mit dem Zug hinausfahren: Er bekommt zwar ein Ticket, muss aber drei zermürbende Tage warten. „Es war wie im Kino“, erklärt er schließlich in Budapest – in Sicherheit.

Michael Keller ist wegen seiner Frau nach Kiew gezogen: Die beiden versuchen, mit Hund, Katze und dem Auto über die Grenze zu kommen. Erleichterung aus Mecklenburg-Vorpommern, als er live ins Studio geschaltet wird: Aus Angst davor, dass der Sohn seiner Frau ins Militär eingezogen werden könnte, haben sie mittlerweile auch für ihn noch ein Flugticket zu seinem Onkel in die Niederlande buchen können.

Ukraine-Krieg: Steffen Hallaschka spricht im Studio von Stern TV mit Oberst Wüstner

Solche Sorgen sind nicht unbegründet, erklärt Oberst André Wüstner, Vorsitzender im Deutschen Bundeswehrverband im Studio von Stern TV bei Steffen Hallaschka. „Es ist dort wirklich gefährlich, es ist ein Kriegsgebiet“, bekräftigt er ruhig, aber eindringlich. Die Menschen in der Ukraine seien nervös und versuchten trotzdem alles zu ordnen: auch Treibstoff und Hilfsgüter. Aber die Situation werde sich weiterhin verschärfen, der Bombenhagel werde zunehmen und damit auch die Flüchtlingssituation sowie die Kämpfe.

Auch Oberst André Wüstner hat einen Sohn, 16 Jahre alt, und er kann diese Lage nachfühlen. „Putin wird negativ in die Geschichte eingehen“, aber sehr viele Ukrainer positiv: Denn das, was dort geleistet werde, „ist wirklich heldenhaft.“ Auch Wladimir und Vitali Klitschko sowie Wolodymyr Selenskyj – sie seien da, präsent und motivieren die Bevölkerung. Deshalb sei auch Wladimir Putin überrascht, dass die erste Welle nicht so viel Erfolg hatte, wie gedacht. Diese gesellschaftliche Moral in der Bevölkerung, „sich für sein Land einsetzen“, – so was kann er sich in Deutschland gar nicht vorstellen. (Tina Waldeck)

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