Außenminister Gabriel drückt sein Beileid aus

Mindestens acht Tote bei Grubenunglück in der Ukraine

Gluchiw - Bei der Explosion in einem Kohlebergwerk in der Ukraine sind am Donnerstag mindestens acht Arbeiter ums Leben gekommen.

Sechs weitere seien verletzt worden, als eine Methangasexplosion die Grube im äußersten Westen des Landes erschüttert habe, teilten die Behörden mit. Die Bundesregierung erklärte sich bereit, schnell Hilfe zur Verfügung zu stellen.

Die Explosion ereignete sich im Ort Gluchiw, 50 Kilometer nördlich von Lemberg (Lwiw) unweit der Grenze zu Polen. Der Chef der ukrainischen Bergarbeiter-Gewerkschaft, Michailo Wolynez, hatte auf Facebook zunächst von mindestens elf getöteten Arbeitern gesprochen. Später sagte er der Nachrichtenagentur AFP, es habe zehn Tote gegeben. Das Katastrophenschutzministerium und die Staatsanwaltschaft sprachen von acht Todesopfern. Die Polizei bestätigte diese Zahl und sprach zudem von sechs Verletzten.

20 zunächst vermisste Kumpel gerettet

In der Mine sind etwa 172 Grubenarbeiter beschäftigt, zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich nach Ministeriumsangaben 34 von ihnen unter Tage. 20 zunächst vermisste Kumpel konnten schließlich gerettet werden.

Nach Angaben der Regierung machten sich Ministerpräsident Wolodimir Groisman und Energieminister Igor Nasalik sofort auf den Weg zum Unglücksort.

Gewerkschaftschef Wolynez sagte, die Grube sei "seit Jahren nicht modernisiert worden". Es sei veraltetes Gerät eingesetzt worden, zudem habe es an den notwendigen Sicherheitsvorkehrungen gefehlt.

Dutzende Menschen sterben jährlich bei Bergwerksunglücken

In der Ukraine, wo Kohle ein wichtiger Energieträger ist, kommen jedes Jahr dutzende Menschen bei Bergwerksunglücken ums Leben, meist in den Haupt-Fördergebieten im Osten des Landes. Die Explosion vom Donnerstag war das erste schwere Unglück in dem Sektor in der Ukraine seit Jahresbeginn.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD), der sich am Donnerstag in Kiew aufhielt, drückte sein Beileid aus. Die Bundesregierung sei bereit, schnell nötige Hilfe zur Verfügung zu stellen, schrieb Gabriel im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Der Gouverneur der Region Lemberg, Oleg Sinjutka, sagte, das Bergwerk habe gerade seine Produktion ankurbeln wollen. "Weil wir keine Kohle mehr aus dem Osten der Ukraine bekommen, wollten wir die Förderung in den Minen (der Firma) Lwowugol steigern", sagte Sinjutka im Fernsehen. "Ob die Explosion damit zusammenhängt, wird nun geprüft", fügte der Gouverneur hinzu.

Seit Anfang Februar blockieren ukrainische Nationalisten den Transport des fossilen Brennstoffs aus den Bergwerken im Osten. Ihr Protest richtet sich dagegen, dass die ukrainische Energiewirtschaft immer noch Kohle aus den von prorussischen Rebellen kontrollierten östlichen Gebieten bezieht und die Separatisten damit finanziell unterstützt. Wegen der Blockade versucht die Regierung in Kiew nun, die Kohleförderung in den von ihr kontrollierten Gebieten auszuweiten.

AFP

Rubriklistenbild: © AFP (Symbolbild)

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