Umfrage

Drei Viertel der Deutschen wollen, dass die aktive Sterbehilfe legalisiert wird

Ein Pfleger hält in einem Alten-und Pflegeheim die Hand einer Bewohnerin.
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Ein Pfleger hält in einem Alten-und Pflegeheim die Hand einer Bewohnerin.

Sterbehilfe ist in Deutschland verboten - doch mittlerweile wünschen sich mehr Menschen eine Legalisierung.

Berlin - Fast drei Viertel der Deutschen (72 Prozent) befürworten die Legalisierung der aktiven Sterbehilfe mittels Verabreichung tödlich wirkender Mittel. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Vor zwei Jahren, im April 2019, unterstützten dies noch fünf Prozentpunkte weniger der Befragten.

Die höchste Zustimmung zeige sich derzeit in der Altersgruppe der ab 55-Jährigen mit 77 Prozent, erklärte YouGov. Das Meinungsforschungsinstitut verweist auf die Ergebnisse zweier Umfragen, für die 2.057 Personen zwischen dem 28. und 30. April 2021 sowie 2.058 Männer und Frauen zwischen dem 5. und 7. April 2019 mittels standardisierter Online-Interviews befragt wurden. Die Ergebnisse sind den Angaben zufolge repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Noch höher ist die Akzeptanz für die sogenannte passive Sterbehilfe, also die Abschaltung lebenserhaltender Maßnahmen: 83 Prozent der Deutschen unterstützen das (2019: 75 Prozent). Die passive Sterbehilfe ist in Deutschland dann legal, wenn eine Willensäußerung des Betroffenen oder eine gültige Patientenverfügung vorliegt.

Sterbehilfe-Gesetz wird aktuell im Bundestag diskutiert

Auch den assistierten Suizid - wenn also beispielsweise ein Arzt einem todkranken Patienten bei der Beschaffung des tödlich wirkenden Mittels hilft, der Kranke das Mittel aber eigenständig einnimmt - unterstützen 75 Prozent der Befragten (2019: 69 Prozent).

Im Februar 2020 hob das Bundesverfassungsgericht* das frühere Verbot der geschäftsmäßigen Beihilfe zur Selbsttötung, also die unabhängig von einer Gewinnerzielungsabsicht wiederholte Förderung der Selbsttötung, auf. Diese Neuregelung wird von der Hälfte der Deutschen befürwortet (49 Prozent), 21 Prozent lehnen diese ab. Knapp ein Drittel aller Befragten macht zu dieser Frage keine Angabe (31 Prozent). Aktuell wird im Bundestag über ein neues Sterbehilfe-Gesetz diskutiert. (dpa/epd) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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