UNICEF prangert Aids-Epidemie unter Kindern an

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Unicef prangert Aids-Epidemie unter Kindern an.

Köln/Genf - Zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember hat das Kinderhilfswerk UNICEF einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen vor HIV und Aids gefordert.

Nach einem neuen weltweiten UN-Bericht gab es in den vergangenen vier Jahren zwar wichtige Fortschritte für die von der Epidemie betroffenen Mädchen und Jungen. Doch immer noch werde nur jedes dritte Baby einer HIV-infizierten Mutter vor einer Übertragung des Virus geschützt - im Süden Afrikas sogar nur jedes zehnte Kind. Nur 38 Prozent der Kinder, die Aids-Medikamente brauchen, würden versorgt, wie weiter aus dem Bericht “Kinder und Aids“ hervorgeht, der am Montag von UNICEF, UNAIDS, Weltgesundheitsorganisation und dem UN-Bevölkerungsfonds in New York, Genf, Barcelona und Köln veröffentlicht wurde.

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“Es ist zu befürchten, dass die weltweite Wirtschaftskrise die Auswirkungen der Aids-Epidemie auf Kinder und Jugendliche in Entwicklungsländern verschärft“, warnte die Geschäftsführerin von UNICEF Deutschland, Regine Stachelhaus. Die am stärksten betroffenen Länder seien bis heute nicht in der Lage, die Aids-Epidemie aus eigener Kraft wirksam zu bekämpfen. Weltweit erhalten demnach 45 Prozent der HIV-infizierten Schwangeren Medikamente, um eine Übertragung des Virus auf ihr Baby zu verhindern. “Das ist ein Anstieg von fast 200 Prozent“, sagte UNICEF-Direktorin Ann Veneman.

Trotz Fortschritten Mehrheit der Kinder unversorgt

Trotz der Fortschritte bleibe die Mehrheit der Kinder jedoch unversorgt. In den Schwellen- und Entwicklungsländern erhielten demnach im Jahr 2008 rund 32 Prozent der Neugeborenen einer HIV-infizierten Mutter eine prophylaktische Behandlung nach der Geburt. 2006 habe der Anteil bei nur 18 Prozent gelegen. Im Süden Afrikas erhalte bis heute sogar nur jedes zehnte Kind eine solche Behandlung.

275.700 der weltweit etwa 730.000 Kinder, die auf antiretrovirale Medikamente angewiesen sind, wurden laut UNICEF im Jahr 2008 versorgt. Im Jahr 2005 erhielten nur 75.000 Aids-kranke Kinder eine solche Behandlung. Im vergangenen Jahr starben 280.000 Kinder an den Folgen von Aids. 2,1 Millionen Kinder leben derzeit mit dem tödlichen Virus. Schätzungsweise 17,5 Millionen Kinder haben einen oder beide Elternteile durch Aids verloren. Etwa 430.000 Kinder unter 15 Jahren infizierten sich im vergangenen Jahr neu mit HIV.

Auch Gewalt und Diskriminierung von Frauen verbreitet Virus

In der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen sind laut UNICEF schätzungsweise 4,9 Millionen junge Menschen mit HIV infiziert. Vor allem Mädchen in Afrika südlich der Sahara sind demnach gefährdet, sich anzustecken; sie sind von fast 75 Prozent aller Neuansteckungen unter jungen Menschen betroffen. Neben mangelhaften Gesundheits- und Sozialsystemen begünstigten sexuelle Gewalt und Diskriminierung von Frauen die Ausbreitung des Virus.

Der UNICEF-Bericht zeigt auf, dass die Hälfte der Neuansteckungen verhindert werden könnte, wenn die in den letzten Jahren ins Leben gerufenen Aufklärungs- und Präventionsprogramme ausgebaut würden. Doch obwohl heute wesentlich mehr Mittel bereit stünden als noch vor wenigen Jahren, sei die Finanzierung der Aids-Programme nicht annähernd gedeckt. Insgesamt müssten ab dem Jahr 2010 rund 25 Milliarden Dollar aufgewendet werden. Im Jahr 2008 standen jedoch weniger als 14 Milliarden US-Dollar zur Verfügung.

AP

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