US-Justizirrtum

Unschuldig: 74-Jährige nach 32 Jahren Haft frei

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Das undatierte Handout, herausgegeben von der University of Southern California Gould School of Law, zeigt Mary Virginia Jones in den 90er-Jahren.

Los Angeles - 32 Jahre nach ihrer Verurteilung wegen Mordes ist eine 74 Jahre alte Frau in den USA freigelassen worden. Eine Gruppe von Jura-Studenten deckte den Justizirrtum auf.

Mary Virginia Jones wurde am Dienstag von dem Gericht in Los Angeles von dem Verdacht entlastet, sie habe 1981 willentlich an der Ermordung eines Drogendealers teilgenommen. Der nachträgliche Freispruch nach mehr als 32 Jahren kam unter maßgeblicher Mitwirkung von Jura-Studenten zustande, die sich des Falls angenommen hatten.

Der Drogendealer wurde 1981 von Jones' zeitweiligem Lebensgefährten Mose Willis erschossen. Wie die neuerliche Beweisaufnahme ergab, schoss der damals obdachlose Willis eine Woche vor dem Mord auf Jones' Tochter Denitra. Danach drohte er beiden Frauen mit dem Tod, falls sie zur Polizei gingen. Am Tag des Mordes zwang er seine Lebensgefährtin mit vorgehaltener Waffe, den Drogendealer an einen Ort zu führen, wo er ihn selbst erschoss.

Der Freund der damals 41-Jährigen wurde wenige Tage später in seinem Haus festgenommen und zum Tode verurteilt. Er starb vor der Vollstreckung des Urteils in Haft. Als willentliche Mittäterin und Komplizin wurde Jones wegen Mordes angeklagt und 1982 zu lebenslanger Haft ohne die Möglichkeit einer Bewährung verurteilt.

Die Rechtsstudenten rollten den Fall nun noch einmal auf und zeigten, dass die Frau niemals als voll tatbeteiligt hätte gelten können, eine Verurteilung wegen Mordes sei falsch gewesen. Ein Richter schloss sich dieser Sichtweise jetzt an und ordnete die Freilassung der 74-Jährigen an.

Die 74-Jährige bezeichnete den nachträglichen Freispruch als "unwirklich". Es gebe keine Worte, um ihre Gefühle zu beschreiben, sagte sie.

dpa/afp

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