Unschuldig verurteilter Horst A.: Verfahren gegen angebliches Opfer

Darmstadt. Jahrelang hat Biologielehrer Horst A. wegen Vergewaltigung unschuldig hinter Gittern gesessen, bevor er freigesprochen wurde. Seitdem wartete er auf einen Prozess gegen seine Ex-Kollegin wegen Falschaussage. Jetzt wurde das Verfahren abgeschlossen - ausgerechnet am Todestag des Mannes.

„Tragischer geht es eigentlich nicht mehr“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Darmstadt am Dienstag. Ob das Verfahren gegen die Frau eingestellt oder Anklage erhoben wird, wollte er nicht sagen. Erst müsste die Entscheidung zugestellt werden.

Horst A. war zehn Jahre nach seiner Verurteilung im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen worden. Seine Zeit hinter Gittern musste der 53-Jährige aber vollständig absitzen, weil er die vermeintliche Tat nicht gestanden hatte. Nach Angaben seines Anwaltes war die Leiche des Mannes am Freitag auf der Straße nahe seiner Wohnung im saarländischen Völklingen gefunden worden. Als Ursache werde Herzversagen angenommen, sagte der Anwalt.

Das Landgericht Darmstadt hatte den Mann 2002 wegen Vergewaltigung einer Kollegin im südhessischen Reichelsheim zu fünf Jahren Haft verurteilt. Im Sommer 2011 wurde der damals 52-Jährige in einem neuen Verfahren vom Landgericht Kassel freigesprochen. (dpa)

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