Dramatische Bilanz

Unwetter verwüsten Deutschland: „Absolut katastrophale Lage“ am Tag danach

Heftige Unwetter wüteten letzten Abend über Teilen Deutschlands. Zurück blieben zahlreiche Schäden - und die nächsten Gewitter sind bereits angekündigt.

München - Die Unwetter der letzten Nacht* sorgten vor allem im Süden Deutschlands für unzählige Einsätze von Feuerwehr, Polizei und THW, vor allem die enormen Niederschläge* verursachten große Schäden. Zahlreiche Orte in Baden-Württemberg und Bayern* waren von Starkregen, Sturmböen und Hagel betroffen - die Aufräumarbeiten dauerten teilweise bis in die Morgenstunden des 24. Juni an.

Unwetter über Süddeutschland: Impfzentrum in Tübingen gravierend beschädigt

In Baden-Württemberg wurden nach Informationen der dpa insgesamt sechs Menschen verletzt, in der Region Reutlingen prasselten am Mittwochabend tennisballgroße Hagelkörner vom Himmel, so ein Polizeisprecher gegenüber der Presseagentur. In Tübingen war das Kreisimpfzentrum mit Wasser vollgelaufen, sodass die Impftermine am Mittwochabend und für den nächsten Tag abgesagt werden mussten, mittlerweile ist bekannt, dass die Schäden gravierender sind als gedacht: „Nach erster Einschätzung kann die Halle für mindestens zwei Wochen nicht genutzt werden“, heißt es vom Landratsamt am Donnerstagmorgen - Termine für Zweitimpfungen würden in den nächsten Tagen auf umliegende Zentren verteilt. Wie es aber mit Erstimpfungen und den Terminen nach dem Wochenende weitergeht ist noch nicht bekannt, es werde nach Lösungen gesucht.

Gewitter-Bilanz: Rettungsorganisationen im Dauereinsatz

Im Reutlinger Stadtteil Mittelstadt stürzte im Zuge der Unwetter ein Baum in eine Stromleitung und kappte die Stromversorgung des Teilorts - Feuerwehr und THW leisteten Schwerstarbeit. Auch die Bundesstraße 28 auf Höhe des Reutlinger Stadtteils Betzingen stand teilweise unter Wasser. In Rottenburg hatte das Unwetter mehrere Stockwerke eines Pflegeheims vorübergehend unbewohnbar gemacht, das Gebäude wurde zum Teil evakuiert, 23 Bewohner in Sicherheit gebracht.

Allein im schwäbischen Landkreis Biberach wurden bis zum frühen Donnerstagmorgen wohl insgesamt 900 Feuerwehreinsätze ausgelöst. Mehr als 1600 Rettungskräfte waren nach Angaben der Behörden damit beschäftigt, Keller auszupumpen, überschwemmte Straßen und Wege freizuräumen, der Hagel lag zeitweise mehrere Zentimeter hoch in den Straßen. Der Biberacher Feuerwehrkommandant Florian Retsch sprach am frühen Donnerstagmorgen nach Angaben der „Schwäbischen Zeitung“ von einer „absolut katastrophalen Lage“. Im Landkreis Freudenstadt führte Geröll auf der Fahrbahn teilweise zur Sperrung von Straßen und Wegen.

Wetter im Süden Deutschlands: Wetterdienst warnt weiterhin vor Unwettern

Auch in Niederbayern hielten zahlreiche überschwemmte Straßen, vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume die Einsatzkräfte in Atem, in Passau blieb ein Auto in einer überfluteten Unterführung liegen, der Fahrer konnte sich Polizeiangaben zufolge eigenständig aus dem Wagen befreien. In der bayrischen Landeshauptstadt München befassten sich die meisten der rund 500 Feuerwehreinsätze mit überfluteten Straßen, auf denen der Verkehr zum erliegen kam. Verletzte gab es hier ersten Erkenntnissen nach nicht, so die Polizei. In der Nacht kam es in einigen Stadtteilen außerdem zu Stromausfällen durch Schäden an Trafostationen. Auf der A 94 kollidierten bei Markt Schwaben zwei Fahrzeuge, die Insassen wurden laut Polizeiangaben leicht verletzt.

Auch für den heutigen Donnerstag liegt vom Deutschen Wetterdienst erneut eine Unwetterwarnung vor, in den südlichen Teilen Bayerns und Baden-Württembergs drohen ab dem Nachmittag ein weiteres Mal schwere Gewitter* mit heftigem Starkregen, Hagel und schweren Sturmböen. (dpa/eu)

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Rubriklistenbild: © Sdmg / Kohls

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