Ansturm auf Angebote

Urlaub fast zum Nulltarif: Perfektionierte Schnäppchenjagd im Internet

Unna. Die Idee ist simpel und vielleicht gerade deswegen so erfolgreich. Blogs wie der Urlaubsguru suchen im Internet nach Reiseschnäppchen und erleben derzeit einen regelrechten Ansturm auf ihre Angebote. Blogbetreiber Daniel Krahn (31) aus Unna kündigte sogar seinen sicheren Job. 

Er machte sich mit der Idee des Urlaubgurus selbständig.

Vor einem Jahr hatte er ungefähr 3000 Fans im sozialen Netzwerk Facebook. Jetzt sind es bereits über eine Million. Aus der anfänglichen Idee für Freunde einen Blog einzurichten, um günstige Reisen vorzustellen, ist mittlerweile ein Geschäftsmodell geworden. Jetzt ist auch die Industrie auf die schnell wachsende Internetseite aufmerksam geworden. „Diese Seite ist eine gute Inspiration für Urlauber. Ich bin immer noch erstaunt, wie gut dieses Modell ankommt“, sagt Michael Buller vom Verband Internet-Reisevertrieb (VIR).

Die Seiten im Netz: 

- www.urlaubsguru.de

- www.captain-kreuzfahrt.de

- www.schnäppchenfee.de

Der gelernte Medienkaufmann Krahn betreut die Seite zusammen mit seinem Geschäftspartner Daniel Marx (28). Vor einem Jahr war es für sie unvorstellbar, die Millionenmarke bei Facebook zu knacken. Jetzt hat er mehr Facebook-Fans als die großen Reiseanbieter (unter anderem: Expedia und Holidaycheck) zusammen. Aber wie funktioniert sein Geschäftsmodell? Der Urlaubsguru verlinkt an einem Tag auf etwa 25 bestehende Angebote. Springt ein Leser auf ein Schnäppchen-Angebot des Urlaubgurus an, bekommt Krahn eine Provision im einstelligen Prozentbereich vom Reiseanbieter.

Daniel Krahn

Sein Angebot kommt an beim Leser, mittlerweile betätigt sich Krahn auch als virtuelles Reisebüro, denn täglich flattert eine dreistellige Zahl von Reiseanfragen bei ihm ein. Teilweise vermittelt Krahn auch unvorstellbare Angebote. So hatte er mal einen Hin- und Rückflug für die Malediven im Angebot – für 115 Euro. Schnell weg war auch eine Pauschalreise nach Mallorca (14 Tage, inklusive Flug, All inclusive Hotel mit 3,5 Sternen) – für 176 Euro.

Mittlerweile schafft es Krahn nicht mehr alleine, den zahlreichen Anfragen Herr zu werden. Aus seinem privaten Blog wurde eine Firma, mit 40 Mitarbeitern allein beim Urlaubsguru – dazu noch 10 weitere bei seinen Ablegern Schnäppchenfee und Captain Kreuzfahrt. „Und das alles ohne Businessplan, Fernsehwerbung und Subventionen“, sagt Krahn.

Daniel Marx

Seiten wie der Urlaubsguru haben offenbar den Nerv der Zeit getroffen und sich dafür den richtigen Markt ausgesucht. Im einem Jahr werden im Reisemarkt in Deutschland 23 Milliarden Euro umgesetzt, pro Jahr werden 40 Millionen Pauschalreisen gebucht. „Der Reisemarkt in Deutschland ist seit Jahren groß und stabil“, sagt Buller. Sein Kollege Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband sagt aber: „Die Schnäppchen sind vor allem für sehr preisgetriebene Kunden und Spontanreisende gedacht. Es ist eine andere Art der Reisevermittlung mit einem eingeschränkten Angebot und ohne ausführliche Beratung.“

Nur ein Problem hat der Urlaubsguru Krahn: An einen eigenen Urlaub ist derzeit nicht zu denken.

Von Daniel Schneider

Rubriklistenbild: © dpa

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