21-Jährige vor Gericht

Urlaub mit Liebhaber nach Mord an Ehemann?

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Die Angeklagte im Landgericht in Hildesheim: Die 21-Jährige soll im Juli 2016 in Algermissen bei Hildesheim ihren 63 Jahre alten Ehemann mit acht Schüssen getötet haben. Foto: Julian Stratenschulte

Eine junge Frau soll im Kreis Hildesheim ihren deutlich älteren Mann ermordet haben. Danach soll sie mit ihrem Liebhaber in den Urlaub gefahren sein.

Hildesheim (dpa) - Eine 21-Jährige soll ihren mehr als 40 Jahre älteren, schlafenden Ehemann heimtückisch mit acht Schüssen ermordet haben. Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Hildesheim schwieg die Frau zu den Vorwürfen, gab aber Einblick in ihr Leben vor der mutmaßlichen Tat.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft tötete die junge Frau ihren Mann in Algermissen bei Hildesheim nach einem Streit und fuhr danach mit ihrem Liebhaber in den Urlaub nach Italien.

Die 21-Jährige, die im Testament des Opfers zur Alleinerbin bestimmt war, habe sich bei ihrem Ehemann "wie im goldenen Käfig" gefühlt, sagte Staatsanwalt Wolfgang Scholz. Im Falle einer Trennung habe sie um ihre wirtschaftliche Existenz gefürchtet. Ihr Mann besaß unter anderem zwei Grundstücke. Der Tote war Ende Juli in einem Wohncontainer in Algermissen von einem Bekannten entdeckt worden. Der Sohn des Opfers tritt als Nebenkläger auf.

Die in Augsburg geborene 21-Jährige war in der achten Klasse zu ihrer Tante nach Hannover gezogen. Bei ihrer Mutter und dem Stiefvater in Bayern habe sie Depressionen bekommen und sich in den Unterarm geritzt, erzählte sie vor Gericht. Die Frau besuchte das Gymnasium bis zur elften Klasse und begann dann eine Ausbildung zur Mechatronikerin. Mit einem damaligen Freund entdeckte sie ihre Leidenschaft für Autos und die Tuning-Szene, zudem übte das Paar den Umgang mit Waffen wie Luftgewehren und Wurfsternen.

Bei der Rückkehr aus dem Urlaub mit dem Liebhaber hatte sich die 21-Jährige überrascht vom Tod des Ehemanns gezeigt. Am 9. August erließ das Amtsgericht Hildesheim Haftbefehl gegen die Angeklagte. Für den Prozess sind 15 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird am 17. März erwartet.

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