Urteil: Telefonrechnung um 14717 Euro erhöht

Berlin - Schock für einen Berliner Handynutzer: Der Mann sollte eine Rechnung über exakt 14 727,65 Euro bezahlen und weigerte sich. Jetzt wurde das Urteil von einem Berliner Landgericht verkündet.

Der Mobilfunkanbieter klagte gegen den Kunden - aber weitgehend erfolglos, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Entscheidung des Berliner Landgerichts hervorgeht. Der Kunde muss jetzt lediglich zehn Euro nachzahlen.(Az: 38 O 350/10)

Der Anbieter hatte dem Kunden im August 2009 den Betrag in Rechnung gestellt. Davon entfielen den Angaben zufolge rund 14 706 Euro auf Verbindungen allein zwischen dem 8. und 9. August. Der Kunde hatte jedoch im Vorfeld einen Prepaid-Tarif gewählt, den der Anbieter im Internet mit den Worten “einfach abtelefonieren, erhöhte Kostenkontrolle, automatische Aufladung möglich“ beworben habe. Der Kunde ging davon aus, dass er selber bestimmen kann, wann er sein Handy-Guthaben wieder aufstockt - und zwar in Zehn-Euro-Schritten.

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Nachdem zehn Euro verbraucht waren, habe der Anbieter jedoch das Guthaben automatisch immer wieder um weitere zehn Euro aufgestockt. Wie vom 8. bis 9. August aber eine so hohe Summe entstehen konnte und was der Nutzer mit seinem Handy wirklich machte, blieb offen. Normalerweise hätte die Verbindung, die der Kunde mit seinem Handy aufgebaut hatte, nach Ablauf der zehn Euro unterbrochen werden müssen, wie ein Gerichtssprecher erläuterte.

Nach Auffassung des Gerichts enthält die “nicht näher erläuterte Klausel“ des Mobilfunkanbieters höchstens das Einverständnis des Kunden, das Guthaben zunächst automatisch mit zehn Euro aufladen zu lassen. Danach entscheide er aber selber, ob das Guthaben erneut aufgeladen werde oder nicht. Ein unbegrenztes automatisches Wiederaufladen sei nicht vereinbart worden.

dpa

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