Gesetz geplant

US-Staaten wollen Lehrer mit Waffen ausrüsten

+
Eine Frau poliert eine Pistole vom Typ Walther PPX.

Pierre - Mehrere US-Bundesstaaten wollen die Lehrer an den staatlichen Schulen in Zukunft mit Schusswaffen ausstatten, um Amokläufe zu verhindern. Eine Gemeinde strebt sogar eine Waffen-Pflicht an.

Der Streit über die rechtlichen Konsequenzen aus dem Schulmassaker von Newton Mitte Dezember spaltet in den USA immer mehr Befürworter und Gegner von Waffenbesitz. Während Präsident Barack Obama und liberale US-Staaten wie New York und Kalifornien für strengere Auflagen sind, gehen konservative Staaten und Gemeinden von South Dakota und Georgia bis Idaho den umgekehrten Weg: Wie die mächtige Waffenlobby NRA vertreten sie den Standpunkt, die Sicherheit lasse sich erhöhen, wenn mehr Menschen Waffen besitzen.

In South Dakota sollen Schullehrer deshalb künftig Waffen tragen dürfen. Der republikanische Gouverneur des Staats, Dennis Daugaard, unterzeichnete am Freitag ein entsprechendes Gesetz, nach dem die Schulbezirke von South Dakota Lehrer und andere Angestellte bewaffnen dürfen. Das Gesetz tritt am 1. Juli in Kraft. Befürworter sagen, die Bewaffnung von Lehrern könnte Tragödien wie in Newtown, wo am 14. Dezember 20 Schüler und sechs Lehrkräfte erschossen wurden, verhindern. Gegner des Vorhabens warnen hingegen vor Unfällen mit Schusswaffen an Schulen.

Die schlimmsten Amokläufe an Schulen

Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
19. Februar 2002: In Freising erschießt ein 22-Jähriger drei Menschen und dann sich selbst. Unter den Opfern ist der Direktor der Wirtschaftschule, von der er suspendiert worden war. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
19. Februar 2002: Erst erschießt der Amokläufer zwei Männer von einer Dekorationsfirma in Eching, dann fährt er in seine ehemalige Schule. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
19. Februar 2002: In der Wirtschaftsschule in Freising tötete der Amokläufer den Schulleiter, verletzte einen Lehrer schwer und tötete anschließend sich selbst. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
19. Februar 2002: Der Screenshot aus einem Polizeivideo zeigt ein Klassenzimmer mit Computern in der Freisinger Wirtschaftsschule. Vor dem Raum hatte der Amokläufer eine Rohrbombe gezündet. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
19. Februar 2002: Polizeiaufgebot vor der Wirtschaftsschule in Freising. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
Schüler bringen ein Trauerplakat am Eingang der Wirtschaftsschule in Freising an. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
19. Februar 2002: Die Polizei sucht mit Sprengstoffhunden nach weiteren Spuren des Amoklaufs in Freising.  © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
Die Tatwaffen vom Amoklauf in Freising. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
Mehrere hundert Menschen besuchten in Freising im Hohen Dom den Trauer-Gottesdienst. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
26. April 2002: Ein Blumenmeer an der Eingangstür des Erfurter Gutenberg-Gymnasium erinnert an die Opfer des Schulmassakers von Erfurt. Bei der Bluttat erschoss ein 19-Jähriger 16 Menschen und sich selbst. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
26. April 2002: Die Polizei sichert die Umgebung des Erfurter Gutenberg-Gymnasiums. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
26. April 2002: In einem Fenster des Erfurter Gutenberg-Gymnasiums ist ein Zettel mit der Aufschrift "Hilfe" angebracht, während im Hintergrund ein Polizist den Raum untersucht. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
Der 19-Jährige Amokläufer von Erfurt: Robert Steinhäuser. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
Am Freitag, den 26. April 2002  stürmte Steinhäuser das Gymnasium und tötete während eines Amoklaufes 16 Menschen und sich selbst. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
Ein Absperrband der Polizei trennt am 27. April 2002 vor dem Gutenberg-Gymnasium in Erfurt die Presse von den Trauernden. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
26. April 2002: Der ehemalige Schüler hatte zwölf Lehrer, zwei Schüler, eine Sekretärin, ein Polizisten und anschliessend sich selbst erschossen. Gegen 11 Uhr hallte die ersten Schüsse durch das Schulgebäude. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler-kranz
Coburg, 2. Juli 2003: Schüler Florian K. tötete sich nach Schüssen auf zwei Lehrer. Eine Schülerin legt einen Zettel an ein Trauergebinde vor der Coburger Realschule 2. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
Das Bild vom zeigt die Coburger Realschule 2 von oben. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
2. Juli 2003: Ein Großaufgebot an Rettungskräften steht vor der Coburger Realschule 2. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler-
Coburg, 2. Juli 2003: Schüler flüchteten panikartig aus dem Klassenzimmer im ersten Stock. Die Lamellen gingen dabei zu Bruch.  © dpa
Bestatter tragen am Mittwoch (02.07.2003) den Sarg mit dem Leichnam eines 16-jährigen Schüler der Coburger Realschule 2 aus dem Gebäude. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
2. Juli 2003: Eine Lehrerin versuchte noch den Schüler davon abzuhalten sich selbst zu erschießen. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
Mit dieser Pistole Walther PPK, schoss Florian am 2. Juli 2003 auf die Lehrer. Mit dem Colt (l) der Marke Python 357 Magnum erschoss sich der 16-Jährige dann selbst. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
20. November 2006: Ein 18-jähriger Amokläufer verletzt in seiner ehemaligen Schule in Emsdetten 37 Menschen und nimmt sich danach das Leben. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
20. November 2006: Im Kampfanzug und Waffe posierte Sebstian B. im Internet. Er wollte einmal der Größte sein. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
20. November 2006: Sondereinsatzkräfte der Polizei im Einsatz an der Geschwister-Scholl-Schule in Emsdetten. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
20. November 2006: Selbstporträt des Schülers. Nach seiner Tat richtet er sich mit einem Schuss in den Kopf selbst. © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
20. November 2006: Mit dieser Perkussionswaffe, 15 mm Laufdurchmesser nahm sich der Amokläufer das Leben.  © dpa
Amoklauf- Schulen-Amok-Waffen-Schüler
Im Internet veröffentlichte der Täter Parolen. © dpa

In Maine denkt ein Dorf von 140 Seelen unterdessen darüber nach, den Besitz von Waffen per Gemeindeordnung zur Pflicht zu machen. Es handelt sich eher um eine symbolische, aber öffentlichkeitswirksame Aktion: Die Justizministerin von Maine, Janet Mills, erklärt, eine derartige Gemeindeordnung für Byron wäre null und nichtig, weil ein Staatsgesetz von 2011 den Kommunen untersagt, Vorschriften bezüglich Schusswaffen zu erlassen. Ein Sprecher von Byron, sagte, 90 Prozent der 140 Einwohner hätten sowieso eine Schusswaffe. „Wir wollen einfach nur die Botschaft senden, dass wir unsere Waffen nicht aufgeben werden“, erklärte er.

Was nicht heißt, dass es solche Gemeindeordnungen in anderen US-Staaten nicht geben könnte: Im 1300-Einwohnerort Nelson bei Atlanta in Georgia zum wird darüber endgültig am 1. April abgestimmt. Der Initiator, Duane Cronic, sagte, er suche keinen Streit mit der Bundesregierung in Washington, die das Waffenrecht für alle 50 US-Staaten reformieren will. Er mache nur, was seine Wähler von ihm erwarteten. In Kennesaw, Georgia, gibt es die Waffenpflicht schon seit 1982. Ein Polizist, Craig Graydon sagte, die Kriminalität in dem 30.000 Einwohner zählenden Ort bei Atlanta sei niedrig.

AP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.