US-Zeitung druckt Namen von Waffenbesitzern

New York - „Der Waffenbesitzer von nebenan“ - unter diesem Titel hat eine Lokalzeitung die Namen tausender Waffenscheinbesitzer veröffentlicht - und damit in den USA hitzige Debatten ausgelöst.

Nach dem Amoklauf in der Kleinstadt Newtown hatte die Zeitung „The Journal News“ aus dem Bundesstaat New York eine Karte mit Adressen von etwa 33.000 Waffenscheinbesitzern ins Netz gestellt. Im Internet überschlagen sich seitdem die negativen Reaktionen.

Die Journalisten seien „verantwortungslos“ schimpften viele. Ein Blogger veröffentlichte sogar Adressen von Zeitungsmitarbeitern. Die Herausgeberin von „Journal News“, CynDee Royle, verteidigte die Veröffentlichung. „Die Menschen wollen wissen, wie viele Waffen es in ihrer Nachbarschaft gibt.“ Die Daten hatte die Zeitung ganz legal von den örtlichen Behörden bekommen. Grundlage der Anfrage war das US-Gesetz zur Informationsfreiheit gewesen.

Bundesinnenministerium will Waffenbesitzer nicht outen

Das Bundesinnenministerium lehnt eine öffentliche Bekanntgabe der Namen legaler Waffenbesitzer in Deutschland ab. „Die Veröffentlichung der Namen von Waffenträgern würde einen Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung bedeuten“, sagte ein Sprecher von Minister Hans-Peter Friedrich (CSU) den „Stuttgarter Nachrichten“ (Freitagausgabe). Derzeit gebe es keine gesetzliche Grundlage hierfür, und es sei fraglich, ob ein solches Gesetz „im Hinblick auf den angestrebten Zweck verhältnismäßig - also geeignet, erforderlich und angemessen wäre“.

Sollte darüber eine „Prangerwirkung“ bezweckt werden, die Zahl legaler Waffenbesitzer zu reduzieren, würde eine solche Liste in Deutschland ihre Wirkung verfehlen, gab der Ministeriumssprecher zu bedenken. Anders als in den USA sei Waffenbesitz in Deutschland grundsätzlich verboten und nur mit Erlaubnisvorbehalt geregelt. Die Bekanntgabe der Namen legaler Waffenbesitzer für Jedermann würde Waffenbesitzer und deren Familien gefährden, sagte er und fügte hinzu: „Durch gezielte Wohnungseinbrüche könnten Kriminelle und Extremisten sich Waffen aus privaten Haushalten beschaffen.“

dapd/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.