Artemis-Programm

USA planen noch dieses Jahrzehnt den Bau eines Atom-Reaktors auf dem Mond

SpaceX Starship
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Das „Starship“ von SpaceX wird neben dem Trägersystem SLS Teil des Artemis-Programms sein.

Die Nasa möchte schon 2026 einen Kernreaktor auf dem Mond errichten, um Mond- und Marsmissionen in der Zukunft mit Energie zu versorgen.

Washington D.C. – Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa hat im Zuge der Planungen seines Artemis-Programms* zur erneuten Eroberung des Mondes durch den Menschen ein nächstes Projekt ausgeschrieben. Mit Atomkraftwerken im Kleinformat soll in Zukunft die Energieversorgung von Missionen auf dem Mond und darüber hinaus* gesichert werden.

Am Freitag (19.11.2021) hat die US-Behörde eine Ausschreibung für ein flugqualifiziertes Kernspaltungssystem zur Erforschung der Mondoberfläche veröffentlicht. Das Artemis-Programm ist eine Initiative der Nasa, um gemeinsam mit anderen Raumfahrtbehörden Menschen bis zum Jahre 2024 zurück auf den Mond zu schicken. Auch sollen im Zuge dessen die erste Frau sowie die ersten farbigen Personen den Mond betreten.

USA: Wie die Nasa mit dem Artemis-Programm den Weltraum erobern will

Das ambitionierte Ziel des Projektes ist es, mitsamt dem neuen Wissen sowie den neu entwickelten Technologien der letzten Jahre auf den Mond zurückzukehren und eine stetige menschliche Präsenz auf dem Mond zu schaffen. All dies soll der Forschung dienen und uns auf den nächsten Sprung, von Mond zu Mars vorbereiten.

Doch um all dies umsetzen zu können, bedarf es zunächst weitreichender Grundlagenforschung. Um diese zu erhalten, müssen zunächst einige Faktoren gegeben sein. Einer davon ist die Energieversorgung. Es soll ein System geschaffen werden, welches auf der Mondoberfläche sitzt, und die nötige Energie für den Betrieb der Rover*, das Durchführen von Experimenten liefert. Auch für Ressourcen der Lebenserhaltung wie Wasser für Astronauten ist eine sichere Energieversorgung unabdingbar.

Atom-Reaktor auf dem Mond: Wirklich die beste Wahl der Energieversorgung?

Fragt man Fachleute, so ist nach deren Ansicht die Atomkraft unverzichtbar für die Erkundung des Weltraums. Zwar bieten Solarpaneele eine sehr sichere Energieversorgung, diese sind jedoch anfällig für die teils monatelangen Staubstürme auf dem Mars. Aber auch der Mond bietet Hindernisse für die Nutzung von Solarpaneelen in Form von 14 Tage langen Nächten oder geografische Einschränkungen wie geringe Sonneneinstrahlung an den Polen.

„Viel Energie wird der Schlüssel für die zukünftige Erforschung des Weltraums sein“, sagte Jim Reuter, stellvertretender Administrator des Space-Technology-Mission-Directorate (STMD) der Nasa in einer Pressemitteilung. „Ich erwarte, dass Oberflächensysteme zur Kernspaltung unseren Plänen für Energie-Infrastruktur auf Mond und Mars sehr zugutekommen und sogar die Innovationen für Anwendungen hier auf der Erde vorantreiben werden.“ Damals hat der Mars laut aktuellem Forschungsstand sein Magnetfeld verloren und verlor nach und nach seine Atmosphäre. Eine andere Theorie geht davon aus, dass der Mars zu klein war, um Wasser dauerhaft zu halten*.

Nasa: Mond-Atomkraftwerk soll „innerhalb eines Jahrzehnts“ startklar sein

Das Unternehmen, welches bis zur Bewerbungsfrist im Februar 2022 die beste Leistungsbeschreibung liefert, erhält einen Vertrag über fünf Millionen US-Dollar. Nach Angaben der Nasa möchten sie, dass das Mond-Atomkraftwerk „innerhalb eines Jahrzehnts“ startklar ist.

Der Zuständige für Kerntechnik bei der Nasa, Anthony Calomino, sagte laut dem Fernsehsender CNBC: „Kleine Kernreaktoren bieten eine leichtgewichtige, verlässliche und effiziente Lösung“.

Nasa über Grundlagenforschung: „Wir brauchen mehrere Jahre im Orbit“

Verwaltet wird das Projekt von dem Glenn Research Center der Nasa in Cleveland. Nach der Bewerbungsperiode werden konkurrierende Designfirmen ihre ersten Ideen über einen Zeitraum von 12 Monaten entwickeln. Die Entwicklung einer langfristigen Energiequelle auf dem Mond wird es der Nasa ermöglichen, bis Ende des Jahrzehnts eine langfristige Präsenz auf dem Mond aufrechtzuerhalten. Ein großer Schritt hin zu dem längerfristigen Ziel Menschen zum Mars zu schicken.

„Wir brauchen mehrere Jahre im Orbit und auf der Mondoberfläche, um operatives Vertrauen für die Durchführung langfristiger Arbeiten und die Lebenserhaltung fern der Erde zu gewährleisten, um dann zur ersten, mehrjährigen, bemannten Mission zum Mars aufbrechen zu können“, heißt es im Artemis-Plan. „Je früher wir zum Mond aufbrechen, desto früher bekommen wir amerikanische Astronauten auf den Mars.“ (Lukas Zigo) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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