Grund: Sie mache anderen Gästen Angst

USA: Mädchen mit entstelltem Gesicht muss Fast-Food-Restaurant verlassen

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Nach Hundeattacke schwer gezeichnet: Die dreijährige Victoria musste wegen ihres entstellten Gesichts ein Fast-Food-Restaurant in den USA verlassen. Eine Mitarbeiterin war der Meinung, das Mädchen mache den anderen Gästen Angst.

Jackson. Kelly Mullins wollte gemeinsam mit ihrer dreijährigen Enkelin Victoria in einem Fast-Food-Restaurant im US-Bundesstaat Mississippi zu Mittag essen, als eine Mitarbeiterin sie bat, das Restaurant zu verlassen. Grund: Das Gesicht der kleinen Victoria mache den anderen Gästen Angst.

Drei Monate ist es her, da wurde die kleine Victoria aus Jackson im US-Bundesstaat Mississippi von mehreren Pit Bulls angefallen. Victoria überlebte den Angriff schwer gezeichnet. Ihr Gesicht wurde entstellt, Nase, Ober- und Unterkiefer waren gebrochen, sie verlor ihr rechtes Auge, ihre rechte Gesichtshälfte ist gelähmt, über den ganzen Körper verteilt hat sie Narben von den Bisswunden. Victoria kämpft tapfer mit ihrem Schicksal. Doch was jetzt in der Filiale der US-Fast-Food-Kette "Kentucky Fried Chicken" (KFC) passierte, hat ihr Selbstbewusstsein hart getroffen.

Gemeinsam mit ihrer Großmutter Kelly Mullins besuchte das kleine Mädchen das Restaurant. Als die beiden gerade dabei waren, sich ihr Essen auszusuchen, wurde Mullins von einer Mitarbeiterin des Restaurants angesprochen: "Sie sagte, sie müsse uns leider bitten zu gehen, weil Victorias Gesicht den anderen Gästen Angst mache", berichtet Mullins dem Fernsehsender "Chanel 16". Mullins reagierte wütend. "Ich hätte der Frau am liebsten ins Gesicht geschlagen, aber das hätte auch nichts geändert." Gemeinsam mit ihrer Enkelin verließ sie das Restaurant.

Über die Internetplattform Facebook machte Mullins ihrem Ärger Luft. Dort postete sie ein Bild von Victoria und schrieb dazu: "Macht euch dieses Gesicht Angst?" Zudem beschrieb sie den Vorfall und betonte "Ich werde nie wieder einen Fuß in eine Filiale von KFC setzen!" Zudem wolle sie auch persönlich einen Brief an den Vorstand des Unternehmens senden. Viele Nutzer sahen den Beitrag, eine Welle der Empörung brach im Internet über KFC herein. Über den Kurznachrichtendienst Twitter etwa hagelte es tagelang Kritik der Nutzer am Unternehmen.

KFC will Fall aufklären

KFC reagierte mit einem Kommentar zu Mullins Facebook-Eintrag: "Bitte akzeptieren Sie unsere aufrichtige Entschuldigung. Bitte lassen sie uns alle Einzelheiten zu diesem Vorfall zukommen. Wir haben Null Toleranz für irgendeine Form der respektlosen Verhaltens von Seiten unseres Teams. Wenn wir genaue Details haben, werden wir die schuldige Person ermitteln und handeln. Wir wünschen Victoria alles Gute!" Mullins Antwort: "Wir haben Ihnen schon alles gesagt. Aber danke, dass Sie sich darum kümmern."

Auch wenn die schuldige Angestellte von KFC jetzt zur Rechenschaft gezogen wird, Victoria leidet noch immer schwer an den Folgen des Rauswurfs: "Sie hat genau mitbekommen, was da passiert ist", sagt Mullins. Seit diesem Vorfall habe das Kind Angst davor, wie ihr Gesicht auf andere Menschen wirken könnte. "Sie traut sich nicht mehr in Restaurants. Wenn wir irgendwo hinfahren, bleibt sie lieber im Auto sitzen", sagt ihre Großmutter.

Von Moritz Schäfer

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