Vater scheitert vor Gericht

Veganes Essen an Schulen ist kein Muss!

Berlin - Ein Vater setzte sich in Berlin vor Gericht für seine vegane Tochter ein. Doch mit seiner Forderung Schulen zu verpflichten, veganes Essen anzubieten, biss er auf Granit.

Schulen müssen nach Auffassung des Berliner Verwaltungsgerichts kein veganes Mittagessen anbieten. Die 3. Kammer des Gerichts verweigerte dem Vater einer Grundschülerin die Prozesskostenbehilfe für eine entsprechende Klage gegen ein Berliner Bezirksamt, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Die geplante Klage habe keine Aussicht auf Erfolg, begründete das Gericht seine Entscheidung.

Der Vater wollte für seine 2007 geborene Tochter durchsetzen, dass ihre Ganztagsschule im Stadtteil Köpenick zum Mittag zusätzlich ein veganes Gericht anbietet. Das Mädchen esse aus ethischen Gründen keine tierischen Produkte. Die Weigerung des für die Schule verantwortlichen Bezirksamts sei ein Verstoß gegen die Gewissensfreiheit und den Gleichbehandlungsgrundsatz, argumentierte der Vater. Auf andere, religiös oder gesundheitlich begründete Essgewohnheiten werde dagegen Rücksicht genommen.

Das Bezirksamt wollte nur ein gesundheitliches Attest als Grund für ein veganes Gericht gelten lassen. Das Verwaltungsgericht gab dem Amt recht, weil dieses einen großen Gestaltungsspielraum beim Schulmittagessen habe. Es gebe keine rechtliche Verpflichtung, "die gesamte Vielfalt verschiedener Ernährungsüberzeugungen von Eltern und Kindern (wie z. B. Steinzeiternährung, Low Carb, Low Fat, Rohkost, Trennkost, Fruitarismus und Veganismus) zu berücksichtigen".

Das Gericht wertete die Entscheidung des Amts auch nicht als Ausgrenzung des Mädchens. Das Kind könne wie schon zuvor ein veganes Mittagessen mit in die Schule bringen und dort aufwärmen oder sich etwas bringen lassen. Der Kläger kann nun vor das Oberverwaltungsgericht ziehen.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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