Vater der verschleppten Kinder schweigt zu Motiv

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Ein Foto von der Pressekonferenz

Celle - Der Vater, der seine vier Kinder aus der Lüneburger Heide nach Ägypten verschleppt hat, schweigt zu den Motiven für seine Tat.

Der 37-jährige Deutsche habe sich zu seinem Motiv und den Hintergründen der mehr als viermonatigen Odyssee zunächst nicht geäußert, sagte Oberstaatsanwalt Lars Janßen am Freitag in Celle. Nach Rettung der verschleppten Kinder liege auch die entscheidende Spur für die erfolgreiche Polizeioperation in Kairo weiter im Dunkeln.

Der Mann hatte die Geschwister, für die er kein Sorgerecht mehr hat, am Ostermontag aus Hermannsburg in der Lüneburger Heide nach Ägypten verschleppt. Ägyptische Fahnder hatten ihn und die vier bis neun Jahre alten Kinder am Mittwoch in Kairo festgesetzt. Am Donnerstag kamen alle fünf zurück nach Deutschland. Die Kinder sind wieder wohlbehalten bei ihrer Mutter. Der Vater kam wegen Kindesentziehung in Untersuchungshaft.

Zielfahnder des Bundeskriminalamtes (BKA) hatten Vater und Kinder nach monatelangen Ermittlungen in der Millionenmetropole Kairo ausfindig gemacht. Wie sie ihnen genau auf die Fährte kamen und wo die ägyptischen Beamten zugriffen, wollte eine BKA-Sprecherin am Freitag nicht sagen. Nach Informationen der “Bild“-Zeitung waren die Fahnder dem Mann über seine Internet-Kontakte auf die Spur gekommen, der Zugriff erfolgte in einem Internet-Café. Die deutschen Ermittler wollten dies nicht näher kommentieren.

Kindesentziehung kann nach dem Strafgesetzbuch mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden. In weniger schwerwiegenden Fällen kann auch nur eine Geldstrafe verhängt werden. Sind Angehörige die Täter, muss die Verschleppung in der Regel mit Gewalt, Drohungen oder List einhergehen, um strafbar zu sein. Der 37-Jährige hat sich inzwischen einen Anwalt genommen, aber keinen Antrag auf Entlassung aus der Untersuchungshaft gestellt. Möglicherweise muss der Beschuldigte vor einem Prozess zunächst auch erst fachpsychiatrisch untersucht werden.

dpa

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