Forderung des Verbraucherschutzes

Bubble Tea soll Warnhinweis bekommen

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Immer wieder kritisiert: Bubble Tea.

Berlin - Das Verbraucherschutzministerium möchte Bubble Tea einem Zeitungsbericht zufolge mit einem Warnhinweis versehen. Besonders für Kleinkinder bestehe ein hohes Risiko beim Konsum des Getränks.

Berlin (dapd). Verkäufer von Bubble Teas sollen mit einem Warnhinweis auf mögliche Gefahren des süßen Trendgetränks aufmerksam machen. Denn die Kügelchen im Tee können in die Atemwege von Kleinkindern bis vier Jahre gelangen. Das ergab eine Prüfung des Bundesinstituts für Risikobewertung im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums. Verbände und Lebensmittelkontrolleure sollen jetzt die Bubble-Tea-Anbieter veranlassen, möglichst einheitliche Warnhinweise “gut sichtbar, leicht lesbar und verständlich anzubringen“.

Ein Ministeriumssprecher erklärte, das Bundesinstitut komme zu dem Ergebnis, “dass beim Verkauf von Bubble Tea Hinweise zur Verschluckungsgefahr bei Kindern erforderlich seien“. Ähnlich sieht das auch der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte. Die Kügelchen hätten eine kaugummiartige Konsistenz und ließen sich nicht zerbeißen, sagte Präsident Wolfram Hartmann. “Kleinkinder, die sie über den dicken Strohhalm aufsaugen, können sich daher leicht daran 'verschlucken'.“ Über die Bronchien in die Lunge gelangt, könnten die Kügelchen eine Lungenentzündung auslösen.

Ausdrücklich wies das Ministerium aber darauf hin, dass bislang keine von Bubble Tea verursachten Komplikationen gemeldet worden seien - weder in Deutschland noch aus dem EU-Ausland. Eltern sollten aber bei Kindern bis vier Jahre die gleichen Vorsichtsmaßnahmen beachten, die auch für den Verzehr von Erdnüssen oder Gummibärchen gelten. “Wegen der Gefahr des Verschluckens beziehungsweise des Einatmens sollten Eltern von Kleinkindern hier besonders aufmerksam sein“, erklärte das Ministerium.

Die Grünen im Bundestag warfen Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) vor, auch beim Bubble Tea erst auf Druck der Opposition aktiv zu werden. Fraktionsvize Bärbel Höhn sagte, die angekündigten Warnhinweise seien das eine. Ihre Partei fordere aber auch leicht zugängliche Informationen über den Kalorien- und Nährstoffgehalt. “Manche Bubble Teas enthalten doppelt so viel Zucker wie Cola“, sagte Höhn und verlangte: “Die Verbraucher müssen erkennen können, um was für eine Kalorienbombe es sich bei dem Getränk handelt.“

“Künstlicher Softdrink mit synthetischen Aromen“

Nach Angaben der Marktforschungsgesellschaft GfK wurde allein von Januar bis April dieses Jahres mit Bubble Tea ein Umsatz von 4,4 Millionen Euro erzielt. Ursprünglich stammt das Getränk aus Taiwan. Inzwischen saugen auch in Deutschland vor allem Teenager gerne die schwarzen oder bunten Perlen zusammen mit einem Mixgetränk durch einen extradicken Strohhalm. Laut Stiftung Warentest ist Bubble Tea kein natürliches Teegetränk, sondern “ein künstlicher Softdrink mit synthetischen Farbstoffen und Aromen“.

Der FDP-Ernährungsexperte Hans-Michael Goldmann verlangte von der Wirtschaft eine klare Kennzeichnung von Bubble Teas. “Auch auf den hohen Zucker- und Koffeingehalt muss deutlicher hingewiesen werden“, forderte der Vorsitzende des Ernährungsausschusses des Bundestags. Bubble Teas enthalten einem Schnelltest der Stiftung Warentest zufolge bis zu 30 Stück Würfelzucker pro Becher.

dapd

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