Erkenntnisse des Verfassungsschutzes

Das ist die größte Gefahr für Deutschland

Berlin - Der islamistische Terror bleibt nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes für die Sicherheit Deutschlands die größte Gefahr - und wird daher auch 2013 die vorrangige Aufgabe sein.

Einzeltäter, die sich im Internet selbst radikalisieren, sowie individuell agierende kleinere Gruppen stellten die Sicherheitsbehörden vor besondere Herausforderungen, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV), Hans-Georg Maaßen, der Nachrichtenagentur dpa in Köln.

Sorgen bereite auch „die gestiegene Anzahl der Ausreisen von Personen aus dem islamistischen und islamistisch-terroristischen Spektrum im abgelaufenen Jahr“. Besonders Ägypten, wohin 2012 mehr als 50 Personen ausreisten, sei als Transit- oder Zielland zu einer Art Drehscheibe für Freiwillige des sogenannten Heiligen Krieges (Dschihad) geworden, sagte Maaßen. Aber auch Somalia habe hier an Bedeutung gewonnen. „Die Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten werden für die Sicherheitslage in Deutschland immer bedeutsamer.“

Zudem sei der Ermittlungsdruck auf den gewaltbereiten Rechtsextremismus gestiegen, betonte Maaßen. Das BfV beobachte neue Organisationsformen, auch virtuelle. „Erscheinungsformen wie die Identitäre Bewegung Deutschland weisen bislang wenig Realweltbezüge auf, sondern nutzen das Internet zur kommunikativen sowie organisatorischen Vernetzung und zur Verbreitung ihres Gedankengutes.“ Solche Bewegungen stellten auch 2013 eine Herausforderung für die Sicherheitsbehörden dar.

Maaßen hatte sein Amt im August als Nachfolger von Heinz Fromm angetreten. Dieser war nach Kritik an den Sicherheitsbehörden wegen Ermittlungspannen im Zusammenhang mit der Mordserie der Neonazi-Terrorzelle NSU vorzeitig ausgeschieden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.