„Vielleicht möchten sie das mal mit ihm diskutieren“

Nach Vergewaltigungsdrohung: Moderatorin wendet sich an Mutter des Absenders

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Wehrte sich: Alanah Pearce leitete Droh-Nachrichten an Mütter der Absender weiter.

Sydney. Weil ein junger Mann ihr über Facebook mit Vergewaltigung drohte, wendete sich eine australische Moderatorin an dessen Mutter.

Immer wieder wurde die australische Moderatorin Alanah Pearce über Facebookvon Männern angeschrieben, die sie beschimpften oder sexistische Kommentare schrieben. Als sie Nachrichten erhielt, in denen ihr mit Vergewaltigung gedroht wurde, entschloss sie, auf eine besondere Art gegen die Pöbler vorzugehen: Sie wandte sich an deren Mütter. Im Internet wird sie dafür gefeiert.

„Ich fand heraus, dass viele der Menschen, die mir ekelhafte oder sexuelle Bemerkungen schicken, keine Erwachsenen sind“, schilderte die 21-jährige Pearce, die im australischen Radio und TV regelmäßig Videospiele testet und vorstellt, dem britischen Guardian. Es seien vor allem junge Männer gewesen, die für rationale Argumente gar nicht zugänglich seien und bei denen eine Diskussion nicht helfe.

Kurzerhand machte sie sich auf Facebook auf die Suche nach den Müttern jener jungen Männer, die sie beschimpft und bedroht hatten. Sie wurde fündig und schrieb sie an. Mit Erfolg, wie das Foto eines Nachrichtenverlaufs auf Facebook beweist, dass Pearce anschließend über den Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte.

„Hi, ich kenne Sie nicht aber ich wollte wissen, ob das ihr Sohn ist“, schrieb Pearce und nannte den Namen. Als die Mutter bejahte, leitete Pearce ihr den Wortlaut der Nachricht weiter, die der junge Mann, dessen Alter unbekannt ist, ihr geschickt hatte. Er werde sie vergewaltigen, wenn er sie sehe, stand dort. Pearces Empfehlung an die Mutter: „Vielleicht möchten sie das mal mit ihm diskutieren.“ Die Reaktion der Mutter ließ nicht lange auf sich warten. „Oh mein Gott, dieser kleine Scheißer“, antwortete sie. „Es tut mir so leid. Ja, ich werde mit ihm sprechen.“

Das Bild, dass die Unterhaltung dokumentiert, wurde von den Nutzern auf Twitter inzwischen 37 000 Mal geteilt. Die junge Frau erhält dort viel Zuspruch und Anerkennung für ihre Aktion.

Dem Guardian sagte Pearce, was sie jungen Männern mit ihrer Aktion mit auf den Weg geben will: „Frauen gegenüber sexistisch zu sein, ist nicht in Ordnung, auch über das Internet nicht. Sollte sie in Zukunft ähnliche Nachrichten bekommen, werde sie sich wieder an die Mütter wenden, sagte sie.

Auf ihrer Facebookseite kann man Pearce inzwischen keine persönlichen Nachrichten mehr schicken. Einige Nutzer, so schreibt sie dort, hätten es offenbar lustig gefunden, ihr weitere Nachrichten mit schockierendem Inhalt zu senden.

Von Moritz Schäfer

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