Facebookpost verbreitet Gerücht

Vergiften Tausende ausrangierte E-Autos den Boden? Experten klären auf

Eine Bildmontage zeigt mehrere alte Elektroautos auf einer Wiese.
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Zahlreiche gebrauchte E-Autos stehen auf einem Stromerfriedhof in Frankreich.

Auf Facebook kursieren Fotos von zahlreichen ausrangierten Elektroautos, die auf einer Wiese stehen. In dem Beitrag wird behauptet, dass ihre Batterien den Boden vergiften. Was ist dran?

Paris - Elektromobilität ist im Aufwind. Schnell haben sich E-Autos im Mainstream arriviert. Das belegen auch jüngste Zahlen (*HNA berichtete). Wie die IAA mitteilt, fahren auf den Straßen Europas rund 3,2 Millionen E-Autos. Weltweit sind es circa zehn Millionen. Sie sind bei weitem also nicht mehr Nischenfahrzeuge.

Dabei haben viele Verbraucher Bedenken, wenn es um die Sicherheit von E-Autos geht*. Nicht zuletzt deshalb, weil in regelmäßigen Abständen über spontan brennende E-Autos* berichtet wird. Auch stehen sie wegen ihres Bedarfs an begrenzten Rohstoffen wie Lithium und Kobalt in der Kritik.

Vor kurzem machte ein Facebookbeitrag auf das Thema Nachhaltigkeit bei E-Autos nochmal aufmerksam. Er zeigt Fotos von Hunderten alten E-Autos, die auf einem Pariser Hof stehen und dort angeblich durch ihre Batterien die Wiese vergiften, da sie nicht mehr zu recyclen sind. Doch was ist dran an der Geschichte?

Ausrangierte E-Autos: „Unter freiem Himmel abgestellt“

Journalisten vom Recherche-Blog Correctiv haben herausgefunden, dass die Bilder auf Facebook echt sind. Demnach seien die E-Autos „laut französischen Medienberichten in der Region Romorantin-Lanthenay unter freiem Himmel abgestellt worden“, schreibt Correctiv auf seiner Website.

Umweltschädlich seien die Stromer jedoch nicht, da die Batterien sich nicht mehr in den Fahrzeugen befänden. Eine Google-Reverse-Suche habe ergeben, dass die Fotos des Facebookbeitrags in mehreren französischsprachigen Quellen auftaucht. Die Fahrzeuge seien ausgemusterte E-Autos aus Paris, Bordeaux und Lyon. Zuvor seien sie in Paris zum Car-Sharing angeboten worden. Medienberichten zufolge wurde das Car-Sharing-Projekt jedoch aufgrund von Verschuldung eingestellt.

In dem französischen Facebook-Post wird behauptet, dass die gebrauchten E-Autos nicht recyclet wurden, da ihre Batterien noch nicht entfernt wurden. Wie der Sender Franceinfo berichtet, gehören die Stromer den Firmen Autopuzz und Atis Production. Autopuzz habe offenbar vor, 2.000 der insgesamt 2.800 Autos zu verkaufen. Ein Manager von Atis Production sagte im Gespräch mit dem Sender außerdem, dass die Batterien aus den ausgemusterten Elektroautos entnommen worden seien.

Laut Correctiv seien jedoch noch Brems- oder Getriebeflüssigkeit in einigen E-Autos vorhanden. Ein Atis Production-Manager begründet dies damit, dass die Autos ursprünglich nicht verschrottet werden sollten, sondern zum Weiterverkauf vorgesehen sind. *HNA ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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