Von Hase bis Karnickel: Was das Tier mit Ostern zu tun hat

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Süß: Nicht nur an Ostern lassen Kaninchen die Herzen von Kindern höher schlagen.

Während der Osterhase Fruchtbarkeit symbolisiert, ist das Kaninchen eines der Lieblingshaustiere. Wir stellen Hase, Kaninchen und den Osterbrauch vor.

Gute Nachrichten für den Osterhasen: Es geht ihm wieder besser. Seit 2009 steht der Feldhase auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten, aber in diesen Tagen gaben die Jäger Entwarnung. Bei einer Art tierischer Volkszählung stellten sie unter anderem in der Waberner Senke im Schwalm-Eder-Kreis eine gestiegene Population fest. In Rheinland-Pfalz gibt es sogar doppelt so viele Hasen wie vor einem Jahr. Im Schnitt hoppeln auf Deutschlands Feldern und Wiesen elf Hasen pro Quadratkilometer – auf 25 Menschen kommt ein Osterhase.

Der Osterbrauch

Ostern ohne Hasen ist wie Weihnachten ohne Weihnachtsmann oder Christkind. Durchgesetzt hat sich der Brauch im 19. Jahrhundert. Wegen seiner Fruchtbarkeit wurde der Hase zum Symbol des Lebens und der erwachenden Natur im Frühling. Dazu passen rot bemalte Ostereier, die nicht nur für Freude stehen, sondern auch für das Blut Christi. Konservative Kirchenvertreter wehrten sich jedoch lange gegen Meister Lampe, weil sie ihn mit Sinnlichkeit gleichsetzten.

Der Hase

Schnell: Ein Feldhase saust mit bis zu 80 Stundenkilometern durch die Landschaft.

Dass sich Hasen „wie die Karnickel vermehren“, wie es im Volksmund heißt, sichert ihnen das Überleben. Häsinnen haben zwei Gebärmütterund können selbst dann befruchtet werden, wenn sie bereits einen Wurf in sich tragen. In einem Jahr können so bis zu vier Würfe mit bis zu fünf Tieren auf die Welt kommen. Ein geschickter Trick der Natur, denn Hasen haben viele Feinde.

Nicht nur viele Jäger sind des Hasen Tod, auch Füchse, Autos und vor allem die Pestizide der Landwirtschaft machen ihnen das Leben schwer. Zudem leben Feldhasen als Einzelgänger in flachen Mulden (Sassen). Im Winter sind sie der Kälte schutzlos ausgeliefert.

Das Kaninchen

Das deutlich kleinere Feldkaninchen, das auch nicht so lange Ohren (Löffel) hat wie der Hase, lebt dagegen in Gruppen und legt sich einen unterirdischen Bau an. In freier Wildbahn gibt es Kolonien mit bis zu 100 Tieren. Als domestiziertes Hauskaninchen ist der kleine Bruder des Hasen eines der beliebtesten Haustiere der Deutschen. Kein Wunder: Die Kulleraugen und das kuschelige Fell lassen vor allem Kinderherzen höher schlagen. Doch allein werden Kaninchen selten glücklich, sondern eher depressiv. Deshalb empfehlen Experten, mindestens zwei Tiere zu halten.

Der Züchter

Man muss ja nicht gleich zum Kaninchenzüchter werden, die bis zu 60 Tiere halten. „Das sind keine großen Jungs, die mit den Tieren spielen“, sagt Wofgang Elias. Der pensionierte Polizei-Hauptkommissar aus Zierenberg bei Kassel ist Öffentlichkeitsreferent im Zentralverband Deutscher Rassekaninchenzüchter (ZDRK). Während Kaninchen bis in die 60er-Jahre vor allem gezüchtet wurden, damit günstiges Fleisch auf den Tisch kam, sind die Tiere für die 130 000 ZDRK-Mitglieder ein Sport. Im Dezember wurden bei der weltweit größten Schau in den Kasseler Messehallen mehr als 23 000 Tiere ausgestellt.

Die Kunst

Vielleicht sieht man Kaninchen oder Hasen auch bei der nächsten documenta. Legendär ist jedenfalls die Aktion des Künstlers Joseph Beuys, der 1965 in einer Düsseldorfer Galerie mit einem toten Hasen durch eine Ausstellung ging und dem Vierbeiner die Kunst erklärte. Kaninchen, da sind sich alle Halter einig, sind eines der schönsten Kunstwerke, die Gott geschaffen hat.

Wissenswertes zu Hasen und Kaninchen

Die Züchter: Der erste Kaninchenzüchterverein wurde 1880 in Chemnitz gegründet. Bei der Bundeskaninchenschau im vorigen Dezember in den Kasseler Messehallen stellten 6000 Züchter aus. Bewertet werden Gewicht, Körperform, Typ und Bau, das Fellhaar, rasseabhängige Merkmale und der Pflegezustand. Höchstpunktzahl ist 100, wird aber nie erreicht.

Die Rassen: Insgesamt gibt es 50 Kaninchenrassen mit 500 Farbeinschlägen. Einige sind vom Aussterben bedroht – etwa der Meissner Widder.

Die Größe: Während Feldhasen bis zu 75 Zentimeter lang und 6,5 Kilogramm schwer werden, bringen es Zuchtkaninchen auf bis zu 12 Kilogramm.

Das Symbol: Im chinesischen Horoskop steht der Hase für Morgen (Tageszeit), den Frühling (Jahreszeit) und den Süden (Himmelsrichtung).

Die Augen: Kaninchen werden mit geschlossenen Augen und nackt geboren. Hasen haben keine Augenlider. Zum Schlafen schieben sie die Pupillen nach oben. Und das tun sie meist tagsüber.

Die Geschwindigkeit: Feldhasen schlagen nicht nur Haken, sondern können auch bis zu 80 Stundenkilometer schnell werden. (mal)

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