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Energiekrise: Versicherer warnen vor „gefährlichen Experimenten“ mit alternativen Heiz-Methoden

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Von: Kilian Bäuml

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Die Heizperiode in Deutschland steht an. Die Nachfrage nach alternativen Heizmethoden ohne Gas ist groß. Versicherer sehen in manchen eine Gefahr.

Kassel – Aufgrund der aktuellen Energiekrise setzen sich viele Bürger das Ziel, Strom und Gas zu sparen. Das Heizen ist dabei eine Stellschraube, um Geld zu sparen. Damit es trotzdem nicht zu kalt wird, gibt es zahlreiche Tipps und Gadgets, die versprechen, auch ohne Gas für eine angenehme Temperatur zu sorgen.

Die Nachfrage nach Öfen, Radiatoren und anderen Ersatzheizungen war noch nie so groß wie in diesem Jahr. Einige von ihnen können aber zu einer echten Gefahr werden. Deutsche Versicherer mahnen jetzt zur Vorsicht und erwarten für diesen Winter mehr Wohnungsbrände als bisher.

Eine Person an einem Teelichtofen
Teelichtöfen erhöhen das Risiko für einen Brand. (Symbolbild) © Michael Bihlmayer/Imago

Versicherer warnt: Wegen „abenteuerlicher Mittel“ mehr Brände durch Ersatzheizungen befürchtet

Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), sagt dazu gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Vor dem Einsatz von leistungsstarken Elektroheizungen sollte man unbedingt eine Fachkraft zurate ziehen.“ Vor allem, wenn Geräte lange nicht in Benutzung waren, sollten diese vor der erneuten Inbetriebnahme von einer fachkundigen Person, wie einem Schornsteinfeger, überprüft werden. Aber auch Elektroheizungen an der Steckdose können laut GDV gefährlich werden. Sind zu viele dieser Geräte am Netz, könnten die Kontakte extrem heiß werden und in Brand geraten.

Ersatzheizungen sollen das Heizen unabhängiger von Gaslieferungen machen und dabei helfen, Kosten zu senken. Doch die große Nachfrage auf Ersatzheizungen wird von Versicherern kritisch gesehen: „Wir sehen mit Sorge, zu welch abenteuerlichen Mitteln manche Mieter und Hausbesitzer greifen“, äußert Asmussen, weiter sagt er „Wir raten von gefährlichen Experimenten dringend ab.“

Ersatzheizungen können zu mehr Bränden führen: Versicherer warnen vor diesem Heizmittel

Noch größer als bei Elektroheizungen ist das Gefahrenpotenzial für einen Brand, wenn offenes Feuer als Wärmequelle genutzt wird. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Kerzen für einen Teelichtofen verwendet werden. Der Basteltrend aus dem Internet mit Teelichtern kann unkontrollierbare Feuer auslösen, die sich mit Wasser nicht mehr einfach löschen lassen. Außerdem wirken sich zu viele Kerzen negativ auf die Luft in Wohnräumen aus.

Doch auch andere alternative Heizmittel ohne Feuer können zur Gefahr werden. In geschlossenen Räumen sollten beispielsweise keine Heizstrahler verwendet werden. Denn das erhöht laut GDV zusätzlich zum Brandrisiko auch das Risiko einer Kohlenmonoxid-Vergiftung, welche durch die ausgestoßenen Gase ausgelöst werden kann.

Versicherer befürchten mehr Brände: Nicht nur Ersatzheizungen können einen Brand auslösen

Um Strom und Gas zu sparen, sollte man besser nicht auf alternative Heizmittel setzen, sondern auf den allgemeinen Verbrauch achten. Ein Mittel zum Energiesparen ist beispielsweise auch auf das Vorheizen des Backofens zu verzichten, da dieser zu den größten Stromfressern im Haushalt gehört. (Kilian Bäuml/dpa)

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