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Inzest-Verbrecher Josef Fritzl könnte freikommen – Anwältin: „Hätte keine Angst, mit ihm in WG zu ziehen“

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Josef Fritzl hat seine Tochter jahrelang vergewaltigt und sieben Kinder mit ihr gezeugt. Jetzt könnte er aus dem Gefängnis entlassen werden.

Wien – Josef Fritzl wurde 2009 zu lebenslanger Haft verurteilt. Seitdem sitzt er im Hochsicherheitsgefängnis in Krems-Stein. Er ist verantwortlich für eines der furchtbarsten Verbrechen der österreichischen Geschichte: 24 Jahre hielt er seine Tochter Elisabeth in einem unterirdischen Kellerverlies gefangen, vergewaltigte sie dort und zeugte sieben Kinder mit ihr. Eines starb schon wenige Tage nach der Geburt. Drei der Kinder waren bis zur Befreiung 2008 ebenfalls in dem Keller eingesperrt, ohne jemals Tageslicht zu sehen. 

Inzest-Verbrecher Josef Fritzl laut Gutachten ungefährlich

Doch jetzt könnte Fritzl, der inzwischen 88 Jahre alt ist, freikommen. Laut einem Gutachten der Gerichtspsychiaterin Heidi Kastner sei Fritzl nicht mehr gefährlich. 15 Jahre vorher hatte sie diesen noch als „hochgradig seelisch-abartig“ und als „emotionalen Analphabeten“ bezeichnet. Doch mittlerweile sei das „Inzest-Monster von Amstetten“ so körperlich gebrechlich und dement, dass von ihm keine Straftaten mehr zu erwarten seien.

Inzest-Drama: Das Inzest-Drama von Amstetten sorgt im April 2008 weltweit für Schlagzeilen. Josef Fritzl hatte seine Tochter Elisabeth fast ein Vierteljahrhundert im Keller gefangen gehalten und sie in dieser Zeit mehrfach geschwängert.
Das Inzest-Drama von Amstetten sorgt im April 2008 weltweit für Schlagzeilen. Josef Fritzl hatte seine Tochter Elisabeth fast ein Vierteljahrhundert im Keller gefangen gehalten und sie in dieser Zeit mehrfach geschwängert. © dpa

Fritzls Anwältin Astrid Wagner hatte das Gutachten am Oberlandesgericht Wien erstritten. In einem Gespräch mit der Bild behauptet diese, dass er harmlos sei: „Fritzl ist heute völlig ungefährlich. Ich hätte auch keine Angst, mit ihm in eine WG zu ziehen oder mit ihm im Heim zu leben. Er hat keinen Sexualtrieb mehr.“

Da ein Mann über 550 Kinder zeugte, droht ihm nun eine fast 100.000 Euro hohe Strafe.

Anwältin steht hinter Fritzl „Er ist kein Monster, sondern ein Mensch“

Wagner ist die einzige, die den verurteilten Verbrecher besucht. Ihr zufolge verschanze sich Fritzl in einer Einzelzelle, gucke dort viel Fernsehen und züchte Tomaten. Sie ist davon überzeugt, dass er seine Taten bereut. „Er ist kein Monster, sondern immer noch ein Mensch.“ Da seine Demenz voranschreite, möchte sie ihn in ein Pflegeheim verlegen lassen.

Eine mögliche Verlegung des Verbrechers stand schon 2022 im Raum, wurde aber durch das Oberlandesgericht Wien verhindert. 2016 wurde das Haus, in dem Fritzl seine Tochter vergewaltigte, übrigens an einen Strip-Club-Besitzer verkauft.

Im Fall des toten Investmentbankers Jeffrey Epstein, der systematisch minderjährige Mädchen zur Prostitution zwang, sickern immer wieder neue Details an die Öffentlichkeit. Die Kundenliste des Sexualstraftäters wurde vor Kurzem veröffentlicht und hielt einige Überraschungen bereit. (jus)

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