Vor Hinrichtung: Australien erinnert Indonesien an Tsunami-Hilfe

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Im Kerobokan-Gefängnis sollen die Australier Myuran Sukumaran und Andrew Chan erschossen werden. Foto: Made Nagi

Sydney (dpa) - Im Fall zweier Australier, die in Indonesien hingerichtet werden sollen, hat Regierungschef Tony Abbott Jakarta zum Einlenken aufgefordert. Er erinnerte die Regierung Indonesiens an die umfangreiche Unterstützung aus Canberra nach dem Tsunami 2004.

Australien habe für Indonesien damals Hilfe in Höhe von einer Milliarde australische Dollar (rund 685 Mio Euro) bereitgestellt. Australien hoffe, dass die indonesische Regierung nun Entgegenkommen zeige, sagte Abbott. In einer ersten Reaktion sagte der Sprecher des indonesischen Außenministeriums, er hoffe, dass Abbotts Worte nicht die Haltung der australischen Regierung widerspiegele.

Die beiden australischen Staatsbürger Myuran Sukumaran (33) und Andrew Chan (31) sind in Indonesien wegen Drogenhandels verurteilt worden und sollen dort exekutiert werden. Am Dienstag hatte Indonesien den Männern erlaubt, Zeit mit ihren Familien zu verbringen. Freunde und Angehörige der beiden hatten laut Medienberichten landesweit Mahnwachen organisiert.

Unterstützt wurden sie dabei von Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International und anderen. In Sydney, wo die Männer herstammen, wurde ein Brief von ihnen verlesen. Darin dankten sie ihren Landsleuten für die Unterstützung und die "Vergebung unserer Dummheit", berichtete der Sender ABC.

Die Verurteilten sollen im Laufe dieses Monats in einem Hochsicherheitsgefängnis auf einer Insel vor Java hingerichtet werden, der genaue Termin ist unklar. Die australische Regierung hat wiederholt an Indonesien appelliert, die Todesstrafen nicht zu vollstrecken.

Ein neunköpfiger Schmugglerring um Sukumaran und Chan wollte 2005 acht Kilogramm Heroin aus Bali herausschaffen. Ihre Mitstreiter aus der Gruppe der damaligen "Bali Nine" wurden zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt.

ABC-Bericht

Bericht Mahnwachen

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