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Lotto-Millionär Chico wird Herzenswunsch verweigert: „Ich bereute meine Taten“

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Von: Marcus Giebel

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Chico hat seit seinem Lotto-Gewinn Millionen Euro auf dem Konto. Doch die deutsche Staatsbürgerschaft bleibt ihm vorerst verwehrt.

München – Als Lotto-Millionär macht Chico die verrückten Träume seiner Mitmenschen wahr. Auf seinen Social-Media-Plattformen wie Instagram oder TikTok können sich Freunde und Follower mit ihren Wünschen an den Lebemann aus Dortmund wenden. Neuerdings auch auf seinem YouTube-Kanal. Dem gebürtigen Türken, der mit bürgerlichem Namen Kürsat Yildirim heißt, bleibt dagegen einem Bericht der Bild zufolge ein Lebenstraum verwehrt: Die deutsche Staatsbürgerschaft.

Dabei erfüllt Chico viele Voraussetzungen, lebt seinen mehreren Jahrzehnten in der Bundesrepublik, verfügt über ausreichend Deutschkenntnisse und kann seinen Lebensunterhalt auch dank mehrerer Lotto-Gewinne selbst finanzieren. Doch gegen einen Punkt, den das Innenministerium bei dem Vorgang auch überprüft, verstößt der 42-Jährige. Denn er wurde in der Vergangenheit wegen Straftaten verurteilt und ist vorbestraft.

Chico und die deutsche Staatsbürgerschaft: „Hatte auf zweite Chance gehofft“

Demnach wurden ihm Spielsucht und Drogen zum Verhängnis, in seinem Vorstrafenregister finden sich Verurteilungen wegen Betrugs und Raubs. Am Amtsgericht Dortmund wurde er einst zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verdonnert, kam wegen guter Führung aber nach einer Therapie wieder auf freien Fuß.

Chico sitzt auf einem Bett
Hofft vergeblich auf die deutsche Staatsbürgerschaft: Lotto-Millionär Chico wird von seiner Vergangenheit eingeholt. © Instagram/chico_lottomillionaer

Doch nun machte ihm sein Anwalt klar: Der deutsche Pass ist wegen dieser kriminellen Vergangenheit vorerst unerreichbar für Chico. Der zeigte sich gegenüber der Bild enttäuscht: „Ich bereute meine Taten und habe mich geändert. Da hatte ich gehofft, dass man mir eine zweite Chance gibt.“

Die bekommt er womöglich auch noch. Doch bis dahin muss sich Chico gedulden. Das Boulevardblatt zitiert einen Fachanwalt für Migrationsrecht: „Erst wenn die Taten im Bundeszentralregister-Auszug getilgt sind, besteht eine Chance. Bei Freiheitsstrafen über zwei Jahren ist das nach 15 Jahren der Fall.“ Folglich könnte Chico im Jahr 2038 einen neuen Anlauf nehmen – dann wäre er 57 Jahre alt.

Chico und sein Bezug zu Deutschland: „Könnte mir nicht vorstellen, in einem anderen Land zu leben“

Die Enttäuschung sitzt auf jeden Fall tief beim Ruhrpottler: „Ich bin ein Türke und ich liebe meine Heimat, das würde ich nie leugnen. Aber ich habe fast mein ganzes Leben in Deutschland verbracht, ich bin ja schon im Alter von zwölf Jahren zu meinem Vater nach Dortmund gezogen.“ Hier sei er zur Schule gegangen, haben einen Beruf erlernt und „viele Freundschaften und Beziehungen geknüpft. Deshalb könnte ich mir nicht vorstellen, in einem anderen Land zu leben als in Deutschland.“

Doch das alles hilft ihm vorerst nicht weiter. Genauso wenig wie Chicos großes Herz für andere Menschen. Denn er betont auch: „Ich spende und investiere einen Großteil meines Vermögens in Deutschland.“ Seine Großzügigkeit hat ihm eine große Fangemeinde beschert. Vielleicht können deren Mitglieder ihn über die offenbar unerwartete Enttäuschung hinwegtrösten. (mg)

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