Vorzeitige Geburt für todkranken Vater

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Ein unsterblicher Augenblick für Mark Aulger: Er kann seine Tochter noch einmal in den Armen halten.

Dallas - Damit ein todkranker Mann seine Tochter wenigstens einmal in den Armen halten kann, brachte eine Frau aus Texas ihr Baby zwei Wochen früher zur Welt. Die herzergreifende Geschichte:

Nur eine Dreiviertelstunde war es dem todgeweihten Mark Aulger aus der Nähe von Dallas im US-Staat Texas vergönnt, seine neugeborene Tochter Savannah in den Armen zu halten. Kurz darauf fiel er ins Koma und starb fünf Tage später. Diese kostbaren Augenblicke mit seinem Baby waren der letzte große Wunsch des sterbenden 52-Jährigen – und seine Frau Diane erfüllte ihn. In Absprache mit den Ärzten hatte sie die Geburt zwei Wochen vor dem eigentlichen Termin einleiten lassen …

Noch vor einem Jahr waren die Aulgers eine glückliche Patchworkfamilie: Zu den zwei Kindern, die Diane mit in die Ehe gebracht hatte, gesellten sich im Laufe der Zeit zwei weitere, die heute zehn und sieben Jahre alt sind. Dann schlug das Schicksal zu: Bei Mark wurde im April Darmkrebs diagnostiziert, die anschließende sechsmonatige Chemotherapie schlug gut an – der Krebs war verschwunden. Dass Diane wieder schwanger war, sahen beide als gutes Omen für die Zukunft. Bis Mark im November plötzlich mit akuter Atemnot zu kämpfen hatte. Als Folge der Chemotherapie hatte sich eine Lungenfibrose gebildet. Doch die Aulgers blieben zuversichtlich. Diane: „Mark dachte, er würde nach ein paar Tagen mit einer Sauerstoffmaske nach Hause kommen.“ Mitte Januar war aber klar: Er würde das Krankenhaus nicht mehr verlassen. Maximal sechs Tage lautete die schockierende Prognose der Ärzte. „Mark sagte, er würde sein Baby noch so gern sehen“, erzählt Diane weiter. Doch bis zum Geburtstermin würden noch zwei Wochen vergehen! Da die 31-Jährige bereits leichte Vorwehen hatte, gaben die Mediziner grünes Licht und leiteten die Geburt ein. Mark wurde in den Kreißsaal geschoben und konnte so miterleben, wie seine Tochter geboren wurde. „Unsere Betten standen Seite an Seite.“

Mark konnte seine kleine Savannah unmittelbar danach in den Armen halten – ein bewegender Moment. Diane: „Er weinte und sah so unendlich traurig aus.“ In den nächsten Tagen wurde der 52-Jährige so schwach, dass er mit der Kleinen nur noch minutenweise kuscheln konnte. Er fiel ins Koma und starb.

Die kleine Savannah wird ohne Papa aufwachsen müssen. Mama Diane und ihre anderen vier Kinder haben überall im Haus Fotos aufgehängt. „Wir leben weiter, als wäre er noch da. Nein, wir wissen, dass er noch da ist. Mark war ein so wunderbarer, lustiger Vater.“ Und in der Erinnerung seiner Lieben lebt er weiter.

tz

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