VW-Legende wird 60 Jahre alt: Mit dem Bulli durch die Welt

Er ist eine Legende und für ungezählte Menschen mit Erinnerungen verbunden: der VW-Bus, bekannt als Bulli. Die meisten der Fahrzeuge liefen im Werk Hannover vom Band, wo seit 60 Jahren produziert wird.

Für seine Fans ist der VW Bulli mehr als ein Fahrzeug. Er steht für Freiheit und Abenteuer. Hier eine Auswahl der Geschichten, die uns Leser nach einem Aufruf geschickt haben:

Durch Afrika

Einmal mit dem Bulli durch Afrika: Diese Tour hat Christian Steigertahl (Northeim) gewagt. Mit Stefan Schatz startete er 1981 in Göttingen. Mit der Fähre ging es dann von Genua nach Tunis - und von dort über den Kontinent. Ob über verschlammte Wege, durch die Wüste Sahara oder per Einbaum-Transport über den Fluss Oubangi: Der Bulli brachte die Abenteurer über Etappen wie Mali, Nigeria und Südafrika bis nach Südwestafrika (heute Namibia), wo Verwandte, Nachkommen von Auswanderern, warteten. Nach sechs Monaten flogen sie zurück, der VW-Bus wurde „für 2000 DM von Walvisbay über Southhampton nach Hamburg gebracht“, so Steigertahl. Danach diente der Bulli noch für Reisen bis zum Nordkap - bevor er schließlich auf dem Schrottplatz endete.

An den Pyramiden

Brütende 40 Grad, die großen Pyramide in Gizeh im Blick: An diesen Moment aus dem Jahr 1996 erinnern sich Angela und Dr. Dieter Morlock aus Kassel genau: „Wir konnten damals selbst kaum glauben, mit dem eigenen Bulli dorthin gefahren zu sein.“ Sieben Wochen waren sie in Ägypten unterwegs, fuhren auch 1000 Kilometer durch die lybische Wüste. Der Bus, den sie selbst dafür ausgebaut hatten, hielt durch.

Mit Waldecker Stern

Mit einem ehemaligen Post-Bulli war Rainer Wiesemann, der in Frankenberg lebt, Mitte der 70er Jahre in Südfrankreich und Spanien unterwegs. Das Fahrzeug brachte die vierköpfige Urlaubergruppe zuverlässig von A nach B - „allerdings mit im Inneren gefühlten Backofentemperaturen“. Mit dabei war ein Symbol aus der Heimat: „Als Bad Wildunger hatten wir unserem Bulli als zusätzliches ,Nationalitätenkennzeichen’ an der Fahrerseite einen Waldecker Stern aufgemalt.“

Zum Zelten

Mit Anfang 20, Freundin und Hund an Bord, machte sich Klaus W. Boldt im Sommer 1977 von Kassel aus auf den Weg. 2400 Kilometer waren es bis zum Campingplatz am Meer auf der griechischen Halbinsel Kassandra. Mit seinem Bulli, der als Camper ausgestattet war, gab es nie irgendwelche Schwierigkeiten, erinnert sich Boldt. „Wenn ich heute so auf die Zeit zurückblicke, dann war das eine völlig unbeschwerte glückliche Zeit. Dafür steht symbolisch der alte VW Bus.“

Bus als Bestseller

VW-Transporter wurde millionenfach verkauft

Auch er läuft und läuft und läuft ... der Bulli hat sich für VW als Dauerbrenner erwiesen. Die wichtigsten Zahlen zum Modell:

12 Millionen Fahrzeuge der Baureihe T, Bulli genannt, hat Volkswagen nach eigenen Angaben bislang produziert - davon den weitaus größten Teil, knapp 9 Mio., im Werk Hannover. Dort arbeiten 14.000 Beschäftigte. Zum Vergleich: Im Baunataler VW-Werk sind es rund 16.000.

1947 beginnt die Geschichte des Bulli mit einer Idee und Bleistiftskizze des holländischen Autoimporteurs Ben Pon. Zwei Jahre später präsentiert VW vier Prototypen – und startet die Bulli-Produktion am 8. März 1950 als T1 in Wolfsburg. Im März 1956 beginnt dann die Produktion im neuen Werk Hannover-Stöcken.

5850 D-Mark kostete die Basisversion des VW Bulli 1950. Heute zahlen Sammler für gut erhaltene Exemplare aus den 50ern und 60ern über 100.000 Euro. Das ist mehr als für den aktuellen T6, der zwischen 30.000 und 60.000 Euro kostet.

Bulli-Erinnerungen unserer Leser

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