Weißer mit jamaikanischem Akzent wirbt für Beetle

Rassismus-Vorwurf: VW-Werbung löst Kritik aus

Szene aus dem VW-Spot: Dave (2. von rechts) sitzt mit seinen Kollegen im neuen Beetle und will ihnen so gute Laune bescheren. Foto: VW

New York. In den USA sieht sich Volkswagen derzeit mit dem Vorwurf des Rassismus konfrontiert. Der Grund: In einem neuen Werbespot, der offiziell erst am Sonntag, beim Finale der Football-Liga NFL, gezeigt wird, spricht Dave, ein weißer Mann, mit starkem jamaikanischen Akzent.

Mit seinen lockeren und fröhlichen Sprüchen verbreitet er im tristen Büro unter den motzenden und schlecht gelaunten Kollegen gute Stimmung. Und als die am Ende mit Dave in dessen neuen Beetle steigen, erfasst auch sie plötzlich die gute Laune.

Video

Hier geht es zum TV-Spot auf Youtube

„Ich war schockiert. Das ist rassistisch“, sagte nun Barbara Lippert von der Marketing-Website Mediapost.com dem US-Sender NBC. Auch Charles Blow, Kolumnist der New York Times, kritisierte im Gespräch mit dem Sender CNN, einen weißen Mann mit jamaikanischem Akzent sprechen zu lassen. Er und weitere Kritiker finden, die jamaikanische Kultur werde in diesem VW-Werbespot nur auf die gute Laune reduziert und damit ins Lächerliche gezogen.

Wie Spiegel Online berichtet, ist Volkswagen von der Kritik erstaunt. Der einminütige Film sei einem Testpublikum gezeigt worden, darunter auch Jamaikanern, wie VW-Manager Mark Gillies sagt. Die Botschaft des Spots sei, dass der Tag erfreulicher sei für denjenigen, der einen VW Beetle fahre.

Ein Sprecher des Autoherstellers sagt zudem, dass etwa hundert Jamaikaner den Kurzfilm gesehen hätten, und keiner habe ihn kritisiert.

Jamaikas Tourismusminister Wykeham McNeill kennt den Spot auch und sagt: „Wir sehen ihn als Kompliment. Die Leute sollten ihr inneres Jamaika finden und glücklich werden.“

Das Video wurde vor der Premiere beim Superball am Sonntag, bei dem wegen der hohen Einschaltquoten viele Unternehmen Werbung schalten wollen, bereits auf der Videoplattform Youtube hochgeladen und bis Mittwoch 1,6 Millionen Mal angesehen. Fast 7000 Zuschauer gaben eine positive Bewertung ab, etwa 350 eine negative. (abg)

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