Musikkorps spielte mit U.D.O.

Rückblick auf Tag eins in Wacken: Selbst die Bundeswehr liebt Metal

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Etwa 120 Bands treten auf beim Wacken Open Air. Dabei ist Metal nicht gleich Metal. Genres variieren zwischen Black Metal, Death Metal, Power Metal, Folk Metal oder Industrial Metal.

Je nach dem welche Bands man verfolgt, unterscheiden sich Texte, Instrumente und Kostüme der Fans. Im Wackinger Dorf beispielsweise herrscht das Mittelalter.

Aktualisiert um 15 Uhr

Jünger dieser Kultur schmücken sich mit Fellen, Schwertern und Tierschädeln und tragen geflochtene Bärte. Für sie gibt es Feuershows, Fleischspieße und Met mit passenden Trinkhörnern zu kaufen. Diese Fans verlassen zum Teil nicht ihren jeweiligen Bereich. Andere verfolgen unterschiedliche Genres und bewegen sich für Konzerte zu den Hauptbühnen mit den Namen Black Stage oder True Metal Stage.

Einer der Höhepunkte des Donnerstags war die Band U.D.O. um Frontmann Udo Dirkschneider. Ursprünglich hatte der 63-Jährige mit seiner Band Accept internationale Bekanntheit erlangt, neben den Scorpions zählte sie in den 1980er Jahren zu den bekanntesten Bands der deutschen Rockszene. Dirkschneider verwarf sich später mit den Bandmitgliedern und gründete die Band U.D.O., mit der er aber nach wie vor auch Accept-Stücke spielte, wie zum Beispiel "fast as a shark".

In Wacken traten U.D.O. mit dem Bundeswehr-Musikkorps aus Siegburg auf. Die 60 Musiker spielten unter anderem Tuba, Trompete, Querflöte, Pauke und Saxophon und starteten bombastisch. Eröffnungstitel war das "Main Theme" aus Star Wars. Danach folgte "Imperial March". Gemeinsam mit der Band interpretierten sie Titel vergangener U.D.O.-Alben, um später auch wieder Accept-Stücke zu spielen. "Es hätte mich schwer gewundert, wenn das nicht funktioniert hätte", sagte Sänger Udo Dirkschneider nach dem Konzert. Oberstleutnant Christoph Scheibling, Leiter des Korps, pflichtete ihm bei, gab aber zu, dass diese Menge an Zuschauern "neu für uns war". Auf die Frage, ob er denn auch eine Affinität zum Metal habe sagt er breit grinsend: "Seit heute ja".

Headliner des Abends war dann die amerikanische Power-Metal-Band Savatage mit ihrem einzigen Konzert in Europa, das sie zusammen mit dem Transsiberian Orchestra gaben, einem musikalischen Projekt von Savatage-Sänger Jon Oliva. Das Wetter war am Donnerstag, dem offiziell ersten Tag des Festivals immerhin besser als noch am Mittwoch. Zwar regnete es noch, aber bei Weitem nicht so unbarmherzig wie am Tag zuvor. Der starke und vor allen Dingen andauernde Regen hat gefühlt jedem Fleckchen Erde des 220 Hektar großen Geländes aber derartig zugesetzt, dass der Schlamm nahezu einer geschlossenen Schneedecke gleicht. Die Konsistenz des Matsches ist dabei so flüssig, dass die Wege auf den ersten Blick auch geteert sein könnten. Den Fans war das egal, Auftritte der Bands waren allesamt gut besucht, obwohl bereits am Mittwoch einige Besucher kurz nach ihrer Ankunft wieder abgefahren sind, weil das Wetter einfach zu schlecht war.

Dass die anderen Besucher das Wetter jedoch mit Humor nahmen, war häufig zu beobachten: Für die langen und beschwerlichen Wege über das Gelände setzten sich die Begriffe Wackenmeer und Wackwanderung durch und für kaputte und schlammige Schuhe wurde ein eigener Friedhof angelegt, an dessen Kopfende ein Pappschild mit der Inschrift Rest in Peace (Ruhe in Frieden) aufgestellt war.

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