Nach Hitze und Trockenheit

Waldbrände in Italien: Die Feuerwehren sind im Dauereinsatz - Lage droht zu eskalieren

Nach wochenlanger Trockenheit und Hitze wüten im Süden Italiens aktuell zahlreiche Waldbrände und Buschfeuer. Allein in Sizilien gab es Hunderte Löscheinsätze.

  • Die Sahara-Luft sorgt im Süden Italiens, genau wie in Griechenland und der Türkei, für Extremtemperaturen und Trockenheit.
  • Nachdem Waldbrände zunächst auf der Insel Sardinien ausgebrochen waren, verbreiten sich nun auch auf Silizilien und im Süden Italiens Flammen.
  • Die Feuerwehr rückte von Freitag bis Samstag zu insgesamt 800 Einsätzen wegen der Brände aus.

Catania – Seit Tagen kämpfen Einsatzkräfte im Süden Italiens gegen lodernde Buschfeuer und Waldbrände. Nachdem in den vergangenen Tagen vor allem die Insel Sardinien betroffen war, melden die Feuerwehren nun auch Hunderte Löscheinsätze in Sizilien. Hier musste sogar ein Flughafen zeitweise den Betrieb einstellen. Auch die Regionen Apulien, Kalabrien, Latium und Kampanien sind von den anhaltenden Waldbränden betroffen.

Auf Twitter sprachen die Einsatzkräfte der italienischen Feuerwehr Vigili del Fuoco von mehr als 800 Einsätzen aufgrund der Waldbrände in den vergangenen 24 Stunden, allein 250 davon auf der Insel Sizilien. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, dass die Feuerwehrkräfte in der Gegend um Catania im Osten der Insel allein 150 Menschen mit Booten in Sicherheit bringen musste, die die Flammen eingeschlossen und an die Strände getrieben hatten. Dicker Rauch zog sich über die Insel, am Flughafen in Catania wurde für einige Zeit der Betrieb eingestellt. Noch immer herrschen in Sizilien und dem Rest Süditaliens extrem hohe Temperaturen und massive Trockenheit. Berichten zufolge soll die Hitzewelle noch mindestens bis Ende der Woche andauern.

Ein toter Fuchs liegt am Straßenrand, nachdem die Waldbrände in Cugliari in der Nähe von Oristano gewütet haben.

Trockenheit und Wind verbreiten die Waldbrände im Süden Italiens

Neben den Einsatzkräften am Boden sind im Kampf gegen die Waldbrände auch zahlreiche Hubschrauber mit Löschwasserbehältern im Einsatz gegen die Feuer. Siziliens Regionalpräsident Nello Musumeci schrieb in einem Post auf Facebook von einer „Verwüstung“. Berichten der Deutschen Presseagentur zufolge sind laut Musumeci auch Brandstifter für einige der Feuer verantwortlich. Sie richteten damit unumkehrbare Schäden am Erbe des Waldes an und brächten Menschen in Gefahr. Die große Trockenheit und starke Winde verbreiteten die Flammen zusätzlich.

Bereits in den vergangenen Tagen wüteten schlimme Feuer auf Sardinien und zerstörten uralte Olivenhaine.

In den vergangenen Tagen war bereits die bei Italien-Tourist:innen beliebte* Insel Sardinien schwer von Waldbränden getroffen worden. In Olivenhainen zerstörten die Flammen einige gut tausend Jahre alte Bäume. Neben Feuerwehrleuten und Hubschraubern aus Italien waren laut Berichten der Nachrichtenagentur AFP auch Einsatzkräfte und Löschflugzeuge aus Frankreich und Griechenland zum Schutz der Bevölkerung im Einsatz. (ska/dpa)

Auch in der Türkei sind die Einsatzkräfte seit Tagen mit der Bekämpfung heftiger Waldbrände* beschäftigt. *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Alessandro Tocco

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.