Umstrittenes Bauwerk fertig

Waldschlößchenbrücke feiert Eröffnung

+
Beim Brückenfest werden am Samstag und Sonntag etwa 70.000 Menschen erwartet.

Dresden - Gegen alle Widerstände wurde die die Waldschlößchenbrücke gebaut. Ihretwegen ist das Dresdner Elbtal kein Welterbe mehr. Das wurmt noch immer - auch bei der Eröffnung.

Nach fast sechs Jahren Bauzeit ist die umstrittene Dresdner Waldschlößchenbrücke fertig. „Endlich!“, sagte Oberbürgermeisterin Helma Orosz bei der Eröffnung am Samstag zu tausenden Dresdnern, bevor sie mit Ministerpräsident Stanislaw Tillich (beide CDU) ein Band durchschnitt. Ein Elbdampfer tutete dazu, 2000 gelbe Luftballons stiegen in den Himmel. Danach schritten Orosz und Tillich gemeinsam über die neue Flussquerung, die sich rasch mit Menschen füllte. Wegen des Projekts hatte die Unesco dem Dresdner Elbtal 2009 nach dreijährigem Ringen den Welterbetitel entzogen - als erster Kulturstätte überhaupt.

Statt „Mut zur Lücke“, wie von der Unesco gefordert, hätten die Dresdner „Mut zur Brücke“ bewiesen, sagte Tillich. „Damit haben sie Pragmatismus bewiesen in einer Stadt am Fluss, wo Menschen den Weg über eben diesen suchen und brauchen.“ Er wünsche sich, „dass dieses Bauwerk nicht nur verbindet, sondern auch angenommen wird.“

Auch Orosz verwies auf die mehrheitliche Zustimmung der Menschen in einem Bürgerentscheid 2005. Sie räumte ein, dass der neue Verkehrszug und die damit verbundene Aberkennung des Welterbetitels in Politik und Bürgerschaft Gräben aufgerissen habe. Sie wünsche sich aber, dass diese Konfrontation in den kommenden Wochen überwunden werde. Für sie stehe auch nach Fertigstellung der Brücke fest: „Das Dresdner Elbtal ist welterbewürdig.“

Deutschlands UNESCO Welterbestätten

Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Industriekomplex Zeche Zollverein: Die Zeche Zollverein ist ein repräsentatives Beispiel für die Entwicklung der Schwerindustrie in Europa. © dpa
Die Wasserspiele unterhalb des Herkules im Bergpark Wilhelmshoehe in Kassel (Hessen),
Die Wasserspiele unterhalb des Herkules im Bergpark Wilhelmshoehe in Kassel (Hessen). © dpa
Das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth wird 2012 neu ins Welterbe aufgenommen. © dapd
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten  Unesco
Das Welterbekomitee hat 2011 die Harzer Wasserwirtschaft zum Kulturwelterbe erklärt, ein ausgeklügeltes System kleiner Stauseen, Gräben und Stollen, das den Bergleuten zur Energieerzeugung diente. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Mit dieser Anlage wurde die Entnahme von Betriebswasser aus dem Teich für die Wasserräder der Bergwerke, Pochwerke und Hütten geregelt. © dpa
Goslar
Dies gilt aber nicht als neue Welterbestätte, sondern als Erweiterung der Welterbestätte “Bergwerk Rammelsberg und Altstadt von Goslar“, die bereits seit 1992 zum Unesco-Welterbe gehört. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Aachener Dom: Der um 790 bis 800 erbaute Dom ist bau- und kunstgeschichtlich von universeller Bedeutung und eines der großen Vorbilder religiöser Architektur. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Die Altstadt von Bamberg repräsentiert in einzigartiger Weise die auf frühmittelalterlicher Grundstruktur entwickelte mitteleuropäische Stadt. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Schloss Augustusburg in Brühl gilt als Meisterwerk des Rokoko. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Ebenso im Rokkokostil das Schloss Falkenlust in Brühl. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Sechs Siedlungen der Berliner Moderne gehören in die Liste des Welterbes. Hier idide Wohnstadt Carl Legien (Prenzlauer Berg), 1928-30 erbaut von Bruno Taut und Franz Hillinger. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Muskauer Park: Gartenkunstwerk wurde von Prinz Hermann von Pückler-Muskau 1815 bis 1844 angelegt. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Rathaus und Roland in Bremen: Das Rathaus wurde Anfang des 15. Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut und im frühen 17. Jahrhundert im Stil der Weser-Renaissance renoviert. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Das Bauhaus und seine Stätten in Dessau und Weimar. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Beispielhaft für die Weimarer Bauhaus-Architektur ist das "Haus am Horn", das nach einem Entwurf von Georg Muches 1923 als Musterhaus realisiert wurde. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Gartenreich Dessau-Wörlitz © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Grube Messel: Die Fossillagerstätte Grube Messel bei Darmstadt gibt einzigartigen Aufschluss über die frühe Evolution der Säugetiere. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Dom und St. Michael zu Hildesheim: Der Dom und die... © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
...ehemalige Benediktinerabteikirche St. Michael legen ein außergewöhnliches Zeugnis von der religiösen Kunst im Heiligen Römischen Reich ab © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Klassisches Weimar © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Kloster Lorsch zwischen Worms und Darmstadt © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Kloster von Maulbronn:Die 1147 gegründete Anlage bildet ein ungewöhnliches Bild der Geschlossenheit. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Klosterinsel Reichenau: Die Klosterinsel Reichenau im Bodensee ist ein herausragendes Zeugnis von der religiösen und kulturellen Rolle eines großen Benediktinerklosters im Mittelalter. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Kölner Dom: Der Kölner Dom, erbaut von 1248 bis 1880, gilt als Meisterwerk gotischer Architektur. In der gesamten Bauzeit wurden die originalen Baupläne nicht verändert. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Der obergermanisch-rätische Limes © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Altstadt von Lübeck: Die Stadt wurde 1143 gegründet und 1159 unter Heinrich dem Löwen in den bis heute fortwirkenden Grundlinien angelegt. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Berliner Museumsinsel © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Quedlinburger Altstadt: Mit seinen rund 1300 Fachwerkhäusern aus sechs Jahrhunderten und einer Reihe von Jugendstilbauten gilt Quedlinburg als eines der größten Flächendenkmäler Deutschlands. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof: Regensburg war im Hohen Mittelalter ein politisches Zentrum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und ein blühendes europäisches Handelszentrum. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Dom zu Speyer: Der Dom zu Speyer ist auch in seinen Abmessungen das größte Denkmal seiner Zeit. Die salischen Kaiser machten ihn zu ihrer Grablege. Maria und dem heiligen Stephan geweiht, wurde der Dom in zwei großen Bauphasen von 1025 bis 1061 und 1082 bis 1106 errichtet. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Stralsund und Wismar: Die Altstädte von Stralsund und Wismar repräsentieren idealtypisch die entwickelte Hansestadt während der Blütezeit des Städtebundes im 14. Jahrhundert. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Römerbauten, Dom und Liebfrauenkirche in Trier: Trier, im Jahre 16 v. Chr. als "Augusta Treverorum" gegründet, ist die älteste Stadt Deutschlands. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Völklinger Eisenhütte: Die Völklinger Hütte steht für ein Jahrhundert Geschichte von Arbeit und Stahl. 1873 wurde sie vom Kölner Ingenieur Julius Buch gegründet. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Wartburg: Martin Luther übersetzte hier das Neue Testament. Die Wartburg ist ebenso mit dem Sängerkrieg, der heiligen Elisabeth und dem Fest der Burschenschaften 300 Jahre nach der Reformation verbunden © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Wattenmeer: Das Wattenmeer ist eines der weltweit größten und wichtigsten gezeitenabhängigen Feuchtbiotope und hat als Rastgebiet für Zugvögel globale Bedeutung. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Wallfahrtskirche "Die Wies": Die Wallfahrt zu einem wundertätigen Bildwerk war für den Prämonstratenserabt von Steingaden Anlass, ein glanzvolles Heiligtum zu errichten. Die Bauarbeiten begannen 1745 unter Leitung des berühmten Architekten Dominikus Zimmermann. © dpa
Deutschland: 34 UNESCO Welterbestätten
Residenz Würzburg: Die Würzburger Residenz wird als das einheitlichste und außergewöhnlichste aller Barockschlösser betrachtet. Zwischen 1740 und 1770 ausgestattet und zwischen 1765 und 1780 mit prachtvollen Gärten versehen, veranschaulicht sie einen der strahlendsten Fürstenhöfe Europas. © dpa

Umplanungen, Prozesse und ungünstiges Wetter hatten das größte städtische Bauprojekt mehrmals verzögert und die Kosten von 137 Millionen Euro auf letztlich rund 180,5 Millionen Euro getrieben. Ursprünglich sollte die Waldschlößchenbrücke schon zweieinhalb Jahre früher in Betrieb gehen. Nach dem Baubeginn hatten Massenproteste, Sitzblockaden, Anschläge auf und Besetzungen von Baugeräten auch bundesweit Schlagzeilen gemacht. Baustoppanträge in Parlamenten und Klagen scheiterten.

Protest gab es auch gegen das Brückenfest zur Eröffnung, Vertreter der Unesco hatten die Einladung der Stadt abgelehnt. Nach wie vor prangern Kritiker Schäden in Natur und Umwelt an und warnen vor der Gefahr weiterer Bauprojekte im Elbtal. Ab Montag rollt der Verkehr. Bis dahin wird ein großes Brückenfest gefeiert.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.