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„Wo ist der gesunde Menschenverstand?“: Expertin stuft Bergsteigen mit Hund als rücksichtslos ein

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Bergsteigen erfordert eine hohe Konzentration, ansonsten kann es gefährlich werden. Ob ein Hund dabei etwas zu suchen hat, bezweifelt eine Expertin.

Kassel – Beim Bergsteigen passieren immer wieder schwere Unfälle. An der Zugspitze stürzte ein 43-jähriger Mann knapp 300 Meter in die Tiefe und kam dabei ums Leben. In Italien war ein Bergsteiger sogar mit einem Hund unterwegs – zum Unmut einer Hundetrainerin.

Bergsteiger mit Hund im Rucksack – Expertin findet das fahrlässig

Das italienische Magazin idolomiti.it berichtete über einen Bergsteiger, der scheinbar leichtsinnig handelte. Er hatte seinen Hund in einen Rucksack gesteckt und diesen auf seinem Rücken getragen. Ylenia Zampieron, eine Hundetrainerin, konnte ihren Augen kaum trauen, als sie den Mann sah. Sie fragte sich bei dem überaus kuriosen Anblick: „Wo ist denn der gesunde Menschenverstand geblieben?“ Auch über Abstürze mit Hunden wird immer wieder berichtet.

Bergsteigen und Wandern mit Hunden wird immer beliebter. Eine Hundetrainerin warnte jetzt jedoch eindringlich vor den Gefahren. (Symbolbild)
Bergsteigen und Wandern mit Hunden wird immer beliebter. Eine Hundetrainerin warnte jetzt jedoch eindringlich vor den Gefahren. (Symbolbild) © CHROMORANGE/Imago

Zampieron betonte, dass in den Bergen besondere Vorsicht geboten sei, insbesondere wenn Haustiere oder Kinder dabei sind. Sie kritisierte nicht nur den besagten Bergsteiger, sondern alle, die ihre Tiere mit auf die Berge nehmen. Immer wieder tauchen in den sozialen Medien Bilder und Videos auf, die zeigen, wie Hunde einfach auf dem Arm oder in einem Tragetuch mitgenommen werden. Ein Hund stürzte im vergangenen Jahr in Oberbayern sogar zehn Meter tief in eine Schlucht und musste gerettet werden.

Expertin gibt mehrere Gründe, die gegen die Mitnahme eines Hundes sprechen

Die Hundetrainerin äußerte Bedenken, dass viele Menschen durch das, was sie in den sozialen Medien sehen, zu riskanten Aktionen angestachelt werden könnten. „Alles, was sie auf Social Media sehen, halten sie für jedermann machbar, ohne auf die Gefahren solcher Aktionen zu achten. Meistens steckt da noch nicht einmal eine wirkliche Organisation dahinter.“ Ein Bergausflug sei jedoch nicht mit jedem Hund ohne weiteres möglich.

Es gibt mehrere Faktoren, die bei der Mitnahme eines Hundes in die Berge berücksichtigt werden müssen. „Nicht nur die Hunderasse oder der Hundetyp, sondern auch der Ausbildungsstand des Hundes, die Art der Route und die gesundheitlichen Eigenschaften sind wichtig, um zu wissen, ob der Hund einen Weg in solch einer Höhe schaffen kann.“ Im April 2024 stürzte ein Bergsteiger im österreichischen Bezirk Kirchdorf mit seinem Hund etwa 40 Meter in die Tiefe, wie heute.at berichtete. Der Bergsteiger kam dabei ums Leben, sein Hund überlebte den Sturz. (rd)

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