Mindestens fünf Tote

Erdbeben: Tsunami reißt Dörfer mit

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Erdbeben-Experten überwachen die Entwicklung der Katastrophe

Honiara - Bei einem schweren Erdbeben der Stärke 8 sind auf den Salomonen im Südpazifik mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen.

Angst vor tödlichen Wellen hat nach einem schweren Erdbeben und Tsunami im Südpazifik Panik verursacht und tausende Menschen aus ihren Häusern getrieben. Die schnelle Flucht auf umliegende Hügel dürfte vielen auf der Salomonen-Insel Santa Cruz das Leben gerettet haben: Der Tsunami nach dem Beben der Stärke 8 riss nach Angaben von Mitarbeitern der Hilfsorganisation WorldVision Dutzende Häuser fort. Nach ersten Angaben der Regierung kamen fünf Menschen ums Leben.

„Ich stehe in einer der betroffenen Ortschaften knietief im Wasser und ich kann eine Reihe Häuser sehen, die fortgerissen wurde“, berichtete WorldVision-Mitarbeiter Jeremiah Tabua, der in der Hauptortschaft Lata stationiert ist. Er rannte mit vielen der rund 4000 Einwohner von Lata direkt nach dem Beben auf Anhöhen. Wellen, die bis zu einem Meter hoch waren, rasten über die Küste, bis zu 500 Meter ins Landesinnere.

Die Landebahn des Flughafens wurde überspült sowie vier Ortschaften in der Nähe. „Unser Hauptfokus ist im Moment, dass der Flughafen wieder geöffnet wird, um Hilfsmittel einzufliegen“, sagte Regierungssprecher Robert Iroga dem Sender BBC. „Zum Glück ist die Region nicht dicht besiedelt.“ WorldVision schätzt, dass in den betroffenen Dörfern rund 750 Familien leben.

Das Beben passierte in der Mittagszeit (Ortszeit). Die Menschen wurden nicht aus dem Schlaf gerissen und konnten sofort flüchten - wie in zahlreichen Tsunamiübungen geprobt.

Im Rahmen der deutschen Klimawandel-Hilfe waren Vertreter der Salomonen im Sommer 2010 bei einem Seminar des Geoforschungszentrums Potsdam zum Thema „Seismologie und Tsunami-Frühwarnung“ dabei. Viele der 900 Salomonen-Inseln liegen kaum über dem Meeresspiegel. Auf Santa Cruz ist die höchste Anhöhe immerhin rund 500 Meter hoch.

Die 16 größten Ängste der Deutschen

66 Prozent der Deutschen haben Angst vor einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. © dpa
65 Prozent fürchten sich vor einem Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland. © dpa
63 von 100 Deutschen befürchten höhere Lebenshaltungskosten. © dpa
Vor Naturkatastrophen wie einem Erdbeben wie hier in Indonesien haben 56 Prozent aller Deutschen Angst. © dpa
Keiner will im Alter ein Pflegefall sein. Deshalb haben 54 Prozent Angst davor, auf die Hilfe Fremder angewiesen zu sein. © dpa
Überforderte Politiker machen 53 Prozent der Deutschen Angst. © dpa
Schwere Erkrkankungen sind für 49 Prozent der Deutschen ein Grund zum Fürchten. © dpa
48 Prozent haben Angst, selbst arbeitslos zu werden. © ap
Terrorismus wie hier beim Attentat auf Staatsanwalt Buback verursacht bei 46 Prozent der Deutschen Angst. © dpa
37 Prozent der Deutschen haben Angst, dass sie ihren Lebensstandard im Alter nicht halten können. © dpa
Ebenfalls 37 Prozent befürchten Spannungen durch Ausländer. © dpa
Vor einer möglichen Drogensucht der eigenen Kinder haben 34 Prozent der Deutschen Angst. © dpa
Ein Krieg mit deutscher Beteiligung ist für 31 Prozent ein Angstfaktor. © dpa
30 Prozent der Befragten befürchten, im Alter einsam zu sein. © dpa
Straftaten machen 24 Prozent der Deutschen Angst. © dpa
Trotz hoher Scheidungsraten in Deutschland haben nur 16 Prozent der Deutschen Angst davor, dass ihre Partnerschaft zerbrechen könnte. © dpa

„Hier in der Hauptstadt Honiara sind alle in Sicherheit“, berichtete eine Mitarbeiterin des deutschen Konsuls. Sie habe das Beben nicht gespürt. Die Hauptstadt liegt auf einer anderen Insel, rund 600 Kilometer weiter westlich. Bei einem Beben der Stärke 8,1 waren 2007 auf den Salomonen 50 Menschen umgekommen.

Die Region wird seit Tagen von Beben im Bereich 6 und höher erschüttert. Auch nach dem starken Beben verzeichneten die Seismologen weitere spürbare Erdstöße. Die US-Geologiebehörde (USGS) schätzte zunächst, dass das Epizentrum des 8,0-Bebens nur fünf Kilometer unter dem Meeresboden lag. Das könnte eine verheerende Tsunamiwelle auslösen. Viele Inselstaaten und Anrainer des Pazifik lösten Tsunamialarm aus. USGS korrigierte die Tiefe später auf knapp 29 Kilometer. Die Tsunamiwarnungen wurden später aufgehoben.

dpa

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