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Was bereits über die neue Corona-Variante XBB.1.5 bekannt ist

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Von: Yannick Hanke

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Mit XBB.1.5 breitet sich derzeit eine neue Omikron-Variante aus. Doch was ist bereits über diese Corona-Variante bekannt? Und besteht Grund zur Sorge?

Berlin – Derzeit breitet sich die neue Omikron-Variante XBB.1.5 vor allem im Nordosten der USA sowie im Vereinigten Königreich aus. Nachgewiesen wurde XBB.1.5 mittlerweile aber auch schon in Pakistan. Grund genug, sich die bisher vorliegenden Fakten über die neue Variante zu Gemüte zu führen. Ein Überblick hat kreiszeitung.de zusammengestellt..

Omikron-Variante XBB.1.5 zeichnet sich durch starke Immunflucht und schnelle Verbreitung aus

Bislang wurde mehr als 650 Untervarianten innerhalb der Omikron-Linie identifiziert. Manch eine von ihnen bedarf besonderer Beobachtung. Das trifft vor allem dann zu, wenn sich eine Variante des Coronavirus durch eine starke Immunflucht oder durch eine besonders schnelle Verbreitung auszeichnet. Beide Eigenschaften weist die Omikron-Variante XBB.1.5 auf.

XBB ist ein Abkömmling des Omikron-BA.2-Virus. Und XBB.1.5 ist durch die Rekombination zweier BA.2-Varianten entstanden. Bedeutet konkret: die beiden Viren BA.2.10.1.1, auch unter dem Namen BJ.1 bekannt, und BA.2.75.3.1.1.1, auch als BM.1.1.1 bekannt, haben ihr genetisches Material ausgetauscht. In einem Tweet der Virologin Emma Hodcroft wird dies gut veranschaulicht.

XBB.1.5 als Nachkomme von XBB.1: Omikron-Variante ist rekombinant

Das „X“ in „XBB“ würde andeuten, dass es sich hierbei um eine rekombinante Virusvariante handelt. Sie ist durch den Austausch der genetischen Informationen der genannten Varianten entstanden. XBB.1 wurde als erster Nachkomme von XBB ausgemacht. XBB.1.5 ist somit der fünfte Nachkomme von XBB.1. Und besagtes XBB.1.5 zeichnet sich vor allem durch seine gute Übertragbarkeit aus.

Links: Die neue Corona-Variante XBB.1.5, grafisch dargestellt. Rechts: Eine Frau trägt Winterklamotten, hat Kopfhörer auf und trägt eine FFP2-Maske.
Muss man sich wegen der Omikron-Variante XBB.1.5 warm anziehen? Über die Variante vom Coronavirus sind zumindest schon ein paar Eigenschaften bekannt. © Jonas Walzberg/dpa/Christian Ohde/imago/Montage

Aktuell verbreitet sich die Omikron-Variante in den USA deutlich schneller als es beispielsweise bei der Variante BQ.1.1 der Fall ist. Diese dominierte das Infektionsgeschehen in den Staaten noch bis vor kurzem. Der Grund hierfür liegt bereits vor.

Evolutionärer Kompromiss vom Coronavirus bei XBB.1.5 korrigiert

Zur Erinnerung: XBB.1.5 ist ein Nachkomme von XBB.1, das wiederum von XBB abstammt. Und die elterlichen XBB- und XBB.1-Varianten waren deswegen bemerkenswert, weil sie erhebliche Eigenschaften der Immunflucht aufwiesen. Doch waren XBB und XBB.1 nicht so infektiös wie XBB.1.5. Für beide Eigenschaften, also die Immunflucht sowie die Infektiösität, ist eine Position in der Rezeptorbindedomäne (RBD) des Spike-Proteins von besonderer Bedeutung. Doch wurden bei XBB und XBB.1 Aminosäuren ersetzt.

Und zwar durch eine Mutation, die für das Virus enorm wichtig ist, um quasi vor einer etablierten Immunität und der Wirksamkeit praktisch aller zugelassenen, gentechnisch modifizierten Antikörper flüchten zu können. Dieser Vorteil wird jedoch teuer erkauft. Indem das Virus einen evolutionären Kompromiss einging, wurde die Immunflucht optimiert. Gleichzeitig wurde aber auch die Infektiösität geschwächt. Das Entscheidende: durch die XBB.1.5-Variante wurde dieser Kompromiss nun korrigiert. Entsprechende Daten finden sich in einem Manuskript von Forschern vom Biomedical Pioneering Innovation Center (BIOPIC) an der Peking University.

Wie großm ist die Gefahr für Deutschland? Karl Lauterbach (SPD) in Sorge wegen Omikron-Variante XBB.1.5

Fakt ist aber auch: Die klinischen Eigenschaften von XBB.1.5 sind noch nicht abschließend bekannt. Ob die Omikron-Variante XBB.1.5 zusätzlich zu ihrer ausgeprägten Immunflucht- und Verbreitungseigenschaften auch virulenter ist und schwere Krankheitsverläufe verursacht? Das ist noch unklar. Doch selbst, wenn dies nicht der Fall sein sollte: ein durch XBB.1.5 verursachter erhöhter Krankheitsstand in der Bevölkerung gibt Anlass zur Sorge.

Nicht ohne Grund spricht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Bezug auf XBB.1.5 von der bisher „ansteckendsten Subvariante“ vom Coronavirus. „Wir überwachen, ob und wie stark XBB.1.5. in Deutschland auftritt“, hieß es dann auch schon von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) via Twitter. Er hoffe, dass man durch den Winter komme, „bevor eine solche Variante sich auch bei uns ausbreiten kann“.

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